Mann brutal aus Flugzeug gezerrt - Airline-Chef gibt Passagier die Schuld

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  • Vor dem Flug zerrte das Sicherheitspersonal einen Passagier brutal aus einer Maschine von United Airlines
  • Der Chef der Fluglinie gibt dem Passagier die Schuld

Die Bilder lösen weltweit Entsetzen aus: Bei einem Flug der amerikanischen Gesellschaft United Airlines hat das Sicherheitspersonal einen Passagier brutal aus dem Flugzeug gezerrt und offensichtlich verletzt.

Die Airline hatte kurzfristig Platz für eigene Mitarbeiter an Bord schaffen wollen und dafür gebuchte Passagiere der Maschine verwiesen. So auch den Mann, der nicht freiwillig aussteigen wollte.

Der Chef von United Airlines, Oscar Munoz, denkt aber nicht daran, sich zu entschuldigen. Ganz im Gegenteil: Er gibt dem Passagier die Schuld.

In einer E-Mail, die dem US-Sender ABC vorliegt, schrieb Munoz, das Sicherheitspersonal "habe keine andere Wahl gehabt", um einen "störenden und streitlustigen" Passagier aus der Maschine zu schmeißen.

United Airlines habe nichts falsch gemacht

In der E-Mail heißt es weiter: "Während sich die Fakten und Umstände noch herausbilden, besonders im Hinblick darauf, warum sich der Kunde den Anweisungen des Sicherheitspersonals widersetzt hat, habe ich eine kurze Zusammenfassung der Geschehnisse angehängt. Sie stammt aus den vorläufigen Berichten unserer Mitarbeiter."

Munoz gibt zwar zu, es gebe Lehren aus dem Vorfall zu ziehen und ermahnte seine Mitarbeiter, Kunden mit Respekt zu behandeln. Aber angesichts der Brutalität des Vorgehens ist das schlicht eine zu schwache Wortwahl.

Munoz' Meinung nach hat die Fluglinie keinen Fehler begangen.

"Unser Personal folgte den etablierten Prozeduren"

Die E-Mail enthält eine Zusammenfassung in fünf Punkten. Zuerst hätten Mitarbeiter nach Passagieren gesucht, die freiwillig die überbuchte Maschine verlassen würden. Zu wenige erklärten sich bereit.

Ein Mann habe sich lautstark gewehrt, das Flugzeug zu verlassen.

Die Fluglinie rief Sicherheitspersonal, weil der Passagier zunehmend streitlustig gewirkt sei, schreibt Munoz.

"Unser Personal folgte den etablierten Prozeduren, um mit einer Situation wie dieser umzugehen", heißt es in der E-Mail weiter. "Ich bedauere es sehr, dass diese Situation entstand, ich stehe auch mitfühlend hinter euch allen und empfehle euch, weiterhin alles zu tun, dass wir sicher fliegen."

Keine Entschuldigung bei dem Betroffenen

In einer weitere Mitteilung nannte Munoz den Vorfall "erschütternd". Er entschuldigte sich darin aber lediglich, dass die Passagiere umgebucht werden mussten.

Passagiere berichten, der betroffene Mann habe im Gesicht geblutet und gehinkt. Das Entsetzen über den Vorfall ist groß, renommierte Medien der USA und in Großbritannien berichteten darüber.

Dieser Artikel erschien zuerst bei der Huffington Post USA und wurde von Leonhard Landes ins Deutsche übersetzt und editiert.

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(sk)

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