Jahrbuch Sucht 2017: Deutsche trinken viel Alkohol - aber rauchen weniger Zigaretten

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SMOKE DRINK
Deutsche trinken viel Alkohol - aber rauchen weniger Zigaretten, so die Statistik | rez-art via Getty Images
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  • Alkohol und Tabak werden Experten zufolge auf hohem Niveau konsumiert
  • Das "Jahrbuch Sucht" zeigt: Statistisch gesehen werden weniger Zigaretten geraucht
  • Alkohol bleibt weiterhin auf einem hohen Niveau

Alkohol und Tabak sind aus Sicht von Experten in Deutschland immer noch zu leicht verfügbar und zu günstig. Der Konsum dieser Suchtmittel bewege sich weiter auf hohem Niveau, sagte Peter Raiser von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) am Dienstag bei der Präsentation des "Jahrbuch Sucht 2017".

Die Lust auf Alkohol ist demnach ungebrochen, nachgelassen hat aber die Nachfrage nach klassischen Zigaretten. Um erste Erfolge auszuweiten, wurde ein Verbot der Tabakaußenwerbung gefordert.

920 Zigaretten raucht jeder Deutscher im Schnitt

Noch rund 920 Fertigzigaretten rauchte jeder Einwohner statistisch gesehen im vergangenen Jahr, rund 100 weniger als 2012. Das geht vor allem auf weiter rückläufige Raucher-Zahlen bei Kindern und Jugendlichen zurück.

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"Es gibt aber keinen spürbaren Rückgang bei Rauchern in mittleren Jahren", sagte DHS-Expertin Martina Pötschke-Langer vom Aktionsbündnis Nichtrauchen. Sie forderte ein Verbot der Tabakaußenwerbung und betonte, dass andere EU-Länder Deutschland bei Maßnahmen gegen Tabak voraus seien.

Experte warnt: Kinder und Jugendliche probieren E-Zigaretten aus

Das noch relativ junge Phänomen E-Zigaretten ist aus Sicht der DHS bislang kaum im Alltag der Menschen angekommen - auch nicht als Ausstiegshilfe.

Es gebe aber ein "besorgniserregendes Probierverhalten" von 25 Prozent unter Kindern und Jugendlichen, sagte Pötschke-Langer. Bislang seien es aber vor allem Raucher, die zusätzlich zur Zigarette zur E-Variante greifen. Dadurch sei kaum gesundheitlicher Nutzen für die Konsumenten zu erwarten.

Die E-Zigarette mit ihrem Chemikaliengemisch sei zwar unproblematischer als die Fertigzigarette, allerdings sehen die Experten immer noch gesundheitliche Risiken beim Dauerkonsum.

Auch mit Außenwerbung soll nicht mehr für Tabak geworben werden

Auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), will ein Verbot der Tabakaußenwerbung noch vor der Bundestagswahl im September.

"Professionell gemachte Tabakwerbung wirkt. Sie prägt das Image des Rauchens und suggeriert Jugendlichen, Rauchen sei eine saubere und harmlose Sache", sagte Mortler der Deutschen Presse-Agentur.

Ein schon im vergangenen Frühjahr vorgelegter Gesetzentwurf wurde immer wieder auf die lange Bank geschoben, weil es in der Unionsfraktion sowie in Teilen der SPD Widerstand gibt.

Das Trinken stagniert: Alkohol-Konsum weiterhin auf hohem Niveau

Bei alkoholischen Getränken wie Bier, Wein und Schnaps stagniert der Konsum laut Jahrbuch seit 2013. Auf jeden Bundesbürger kam nach jüngsten verfügbaren Schätzungen im Jahr 2015 knapp ein Putzeimer reinen Alkohols: 9,6 Liter.

Den Verbrauch in Deutschland schätzten die Jahrbuch-Autoren im internationalen Vergleich als "besonders hoch" ein.

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