Nach Reportage über Behinderten-Heime: Wallraff hat beunruhigende Vermutung

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WALLRAFF
Die Zustände in Behindertenheimen in Deutschland scheinen sich nicht verändert zu haben - das vermutet Günter Wallraff | RTL
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Das "Team-Wallraff" deckte im Februar erschreckende Details über den Umgang in deutschen Behindertenheimen auf.

Unter der Leitung des Investigativ-Journalisten Günter Wallraff arbeitete die RTL-Reporterin Caro Lobig zum Schein als Praktikantin in einem Behindertenheim in Leverkusen und in Speyer - und filmte dabei heimlich den Heimalltag.

In den Heimen wurden die hilflosen behinderten Menschen von den Mitarbeitern teilweise gepeinigt und terrorisiert. In Leverkusen wurde beispielsweise sichtbar, wie die 20-jährige Lisa, körperlich und geistig schwer behindert, immer wieder auf dem Flur geschubst wurde.

Und die Zustände in den beiden Heimen schockierten nicht nur das Team, sondern auch die Angehörigen der Bewohner. Einige haben ihre behinderten Familienangehörigen bereits in andere Einrichtungen gebracht und Anzeige erstattet.

Eine ehemalige Mitarbeiterin erzählt von dem Heimalltag nach den Dreharbeiten

Doch Wallraff vermutet nun, dass sich die Zustände in den Heimen noch immer nicht geändert haben.

Wie im Rahmen des RTL-Magazins “Extra” berichtet wurde, lebt ein behinderter Bewohner, der damals auch gefilmt wurde, immer noch in der Einrichtung in Speyer.

Dort wird der 52-Jährige weiterhin stark tyrannisiert - trotz personeller Veränderungen nach der Wallraff-Reportage im Februar. Dies erzählte eine ehemalige Mitarbeiterin dem Fernsehsender RTL.

Die Vermutungen von Günter Wallraff scheinen sich zu bestätigen

Den aktuellen Mitarbeitern in Speyer ist es verboten, sich in den Medien zu äußern. Das erhärtet die Vermutung des Investigativ-Journalisten umso mehr: „Ich befürchte, die haben mehr zu verbergen als wir wissen.“

Mehr zum Thema: "Team Wallraff": Behindertenstätte erhebt schwere Vorwürfe gegen die Reporter von RTL

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(ujo)

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