Das wohl ungewöhnlichste Wohnprojekt der Welt soll vor der Küste von Rio entstehen

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Wer glaubt, dass die Stadt der Zukunft von Wolkenkratzern dominiert wird, sollte die Projekte des belgischen Architekten Vincent Callebaut kennen. Seine faszinierende Idee fürs Leben der Zukunft: Er will Wohnblocks auf dem Meer bauen - und zwar aus Müll.

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Seine ersten Ideen für die futuristischen Hausboote hat er schon vor einiger Zeit vorgestellt, für die brasilianische Stadt Rio de Janeiro (mehr über das Projekt erfahrt ihr oben im Video). Die Wohninseln sollen aus dem 3-D-Drucker kommen. Die Energie für die Gebäude liefern Meereskraftwerke. All das ist heute schon Stand der Technik.

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Baustoff aus Müll und Algen

Doch äußerst ungewöhnlich ist der Baustoff für die Inseln. Er soll aus einem Plastik-Algen-Gemisch bestehen. Das Plastik soll aus Abfällen stammen, die im Meer treiben. Bisher ist es nicht möglich, große Mengen Plastik aus dem Ozean zu fischen. Doch derzeit arbeiten zahlreiche Unternehmer und Erfinder an Technologien, die genau das ermöglichen sollen.

Die Inseln sehen aus wie Quallen. Daher stammt auch der Name des Projekts: Aequorea, benannt nach einer fluoreszierenden Qualle.

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Stabilität im wogenden Ozean geben den Inseln Verankerungen im Meeresboden und in sich selbst verdrehte keilförmige Türme.

Statt Wolkenkratzern gibt es Meeresgrundkratzer

Bis zu 1000 Meter tief mit 250 Etagen reichen die Türme in den Ozean. Jede Insel soll 1,3 Quadratkilometer groß werden, was ungefähr der Größe von 100 Fußballfeldern entspricht.

Dort finden 10.000 Wohnungen und 20.000 Menschen Platz. Eine Wohnung soll zwischen 25 und 250 Quadratmeter groß sein. Auch die Baukosten hat der Architekt schon kalkuliert: 1950 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Mit diesem Betrag pro Quadratmeter müssen Häuslebauer pro Quadratmeter auch in München kalkulieren.

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Auf der Insel können die Bewohner Algen, Obst und Gemüse anbauen. Die Einwohner müssten nicht mehr aufs Festland, sondern können sich selbst ernähren.

So gut es alles klingt - bis sich die Projekte realisieren lassen, wird noch einige Zeit vergehen.

Aber Callebaut hat genug Ideen, um in der Zwischenzeit Städte umweltfreundlicher zu machen. In Taipeh soll noch in diesem Herbst ein von ihm entworfenes Hochhaus eröffnen, das mit 23.000 Bäumen bepflanzt ist. Das Gebäude soll helfen, die Luft in der taiwanesischen Hauptstadt sauber zu halten.

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(sk)

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