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Hat Trump die Achse Putin-Assad mit seinen Luftangriffen zerschlagen?

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ASSAD PUTIN
"Der syrische Diktator hat seine Zukunft hinter sich": Hat Trump die Achse Putin-Assad zerschlagen? | RIA Novosti / Reuters
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  • Sigmar Gabriel ist überzeugt, Russland werde seine Unterstützung für Assad bald aufgeben
  • Das könnte ein entscheidender Schritt in Richtung eines Friedens in Syrien sein
  • Ein Russland-Experte sagte der HuffPost: "Die USA können die Rolle Russlands minimieren"

Seit dem Eintritt Russlands in den Syrienkrieg im Spätsommer 2015 hat die Gewalt in dem Bürgerkriegsland eine neue Eskalationsstufe erreicht.

Die Fronten sind verhärtet, der Konflikt verworren. Doch seit dem US-Angriff gegen das syrische Assad-Regime gibt es Bewegung. Erste Beobachter glauben: Für Baschar al-Assad und den russischen Präsidenten Wladimir Putin wird es brenzlich.

Auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht Anzeichen für ein mögliches Ende der Unterstützung Russlands für den syrischen Diktator Baschar al-Assad. "Mein Eindruck ist nicht, dass Russland für alle Ewigkeit seine schützende Hand über Assad halten wird. Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt bei den UN-Gesprächen vorankommen", sagte Gabriel in der "Bild am Sonntag“.

Der Politologe und Russland-Experte am Ostinstitut in Wismar, Henning Schröder, erklärt der Huffington Post: "Die Machtmittel der USA sind den russischen weit überlegen, und wenn die USA diese ernsthaft und im Rahmen eines durchdachten Konzepts einsetzen, dann wird die russische Rolle minimiert.“

Russischer Bluff am Ende

Der russische Bluff, mit geringen Mitteln und einem intelligenten Konzept eine entscheidende Rolle zu spielen, sei damit am Ende.

Schröder glaubt: "Der US-Luftangriff hat deutlich gemacht, dass es ohne die USA keine politische Lösung gibt, und dass die USA über die notwendigen Machtmittel verfügen, um sich durchzusetzen.“

Ob die Trump-Administration in der Lage sei, ein intelligentes Konzept zu entwickeln, um sich politisch und diplomatisch durchzusetzen, sei jedoch gegenwärtig unbekannt.

Ähnliche Sorgen sind auch im Auswärtigen Amt zu vernehmen. Nach dem Luftschlag der USA gegen das Assad-Regime appellierte Gabriel an Russland und die USA: "Selten seit dem Ende des Kalten Kriegs war die internationale Lage so ernst wie in diesen Tagen."

Außenminister Gabriel: "Assad hat die Zukunft hinter sich"

Gabriel erklärte: "Alle Seiten müssen jetzt einen kühlen Kopf bewahren. Was wir nicht brauchen, ist eine weitere Eskalation. Deshalb ist es ja so wichtig, endlich zu gemeinsamen Friedensbemühungen unter dem Dach der Vereinten Nationen zu kommen."

Überzeugt zeigte sich Gabriel, dass sich der syrische Diktator für seine Gräueltaten verantworten wird müssen: "Wir haben es hier mit einem mörderischen Regime zu tun, das für unaussprechliche Verbrechen, Hunderttausende Tote und Millionen von Flüchtlingen verantwortlich ist. Kaum jemand hat in der Gegenwart so viel Leid über so viele Menschen gebracht wie das Assad-Regime.“

Er sei sicher, dass Assad über kurz oder lang für diese Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden wird. Gabriel erklärte: "Assad hat seine Zukunft jedenfalls bereits hinter sich."

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(ll)