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09/04/2017 18:48 CEST | Aktualisiert 09/04/2017 22:48 CEST

Nordkoreas Provokationen nehmen kein Ende - schaltet Trump jetzt Kim Jong Un aus?

Der US-Präsident Donald Trump hat mehrere Kriegsschiffe vor die koreanische Halbinsel geschickt. Offenbar droht sich der Konflikt mit Nordkorea weiter zu verschärfen.

Die USA sehen das Atomprogramm des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un als großes Sicherheitsrisiko und wollen es stoppen.

China dagegen ist der wichtigste Handelspartner des kommunistischen Regimes in Pjöngjang. Bei einem Treffen in Florida vereinbarten Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping am Freitag eine stärkere Zusammenarbeit im Fall Nordkoreas.

Was bedeuten die neuesten Entwicklungen? Welche Ziele verfolgen die die USA, China und Nordkorea?

Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Werden die USA Nordkorea jetzt angreifen?

Die USA hoffen offenbar, dass eine Demonstration der Stärke ausreicht, um Nordkorea von seinem Atomprogramm abzubringen. Washington will mit der Verlegung der Kriegsschiffe den Druck auf die Führung in Pjöngjang erhöhen.

Der Ton aus den USA wurde in den vergangenen Tagen und Wochen zunehmend rauer. Außenminister Rex Tillerson sagte im März in Südkorea, alle Optionen lägen auf dem Tisch.

Eine militärische Eskalation scheint derzeit aber noch zu riskant. Für den Fall, dass Nordkorea nicht einlenkt, diskutieren die USA daher drei weitere Optionen.

Wie möchten die USA Kim Jong Un unschädlich machen?

Der US-Fernsehsender NBC berichtet von drei möglichen Szenarien, die Geheimdienst- und Militärkreise derzeit in den USA diskutieren würden.

So könnten eigene Atomraketen nach Südkorea verlegt werden, um weiter Druck auf Nordkorea aufzubauen. Eine Aktion, die allerdings China gar nicht gefallen dürfte.

Eine drastische Möglichkeit sei außerdem, Diktator Kim und seine Führungsriege ermorden zu lassen. Der ehemalige US-Botschafter John Kornblum sagte der Huffington Post kürzlich, Nordkoreas Führung könne man vermutlich mit ein paar Soldaten aus Südkorea innerhalb von zwölf Stunden beseitigen. Nordkorea würde dann wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen.

Die letzte Option wäre, Spezialeinheiten nach Nordkorea zu schicken, um strategische Ziele zu sabotieren.

Wird sich China den USA in den Weg stellen?

Zunächst wünschen sich die USA, dass die chinesische Regierung eine aktivere Rolle in der politischen Auseinandersetzung mit Nordkorea einnimmt. Chinas Staatschef Xi Jinping gab am Freitag in Florida zu, dass Nordkoreas Atomprogramm einen kritischen Zustand erreicht habe.

Eine militärische Krise oder gar ein Kollaps Nordkoreas wollen die Chinesen jedoch um jeden Preis verhindern. Sollten die USA beide Koreas wiedervereinigen, stünden US-Soldaten plötzlich an der chinesischen Grenze.

Peking sieht Gespräche als einzige Option, um die Krise in Korea zu lösen. Die drei Möglichkeiten, die Geheimdienste und Militärs in den USA diskutieren, dürften China alle nicht gefallen.

Um eine weitere Eskalation zu verhindern, sollte China zusammen mit den USA diplomatischen Druck auf Nordkorea aufbauen.

Lässt sich Kim Jong Un von Trumps Drohungen beeindrucken?

Kim Jong Un treibt nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il Ende 2011 sein Atomprogramm immer rascher voran. An Gesprächen scheint er bisher nicht interessiert zu sein. Wie er auf die Entsendung von US-Kriegsschiffen reagieren wird, lässt sich schwer sagen.

Die Atomwaffen sollen das Überleben der Führung von Kim Jong Un garantieren. Die nordkoreanische Armee gilt als nicht zeitgemäß ausgerüstet. Einem militärischen Angriff dürfte sie nicht lange standhalten.

In diesem Konflikt bleibt Diktator Kim Jong Un die große Unbekannte. Sowohl die Führung in Südkorea als auch Ex-US-Botschafter Kornblum halten ihn für unberechenbar.

Allerdings scheint auch völlig unklar, wie sicher Kim Jong Un überhaupt im Sattel sitzt. Diverse politische Säuberungen des Diktators werden auch als Zeichen permanenter Furcht vor einem Machtverlust ausgelegt.

Eine Furcht, die durch die Drohgebärden der USA noch verstärkt werden könnte.

Mit Material der dpa

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(jg)

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