Startup hat große Pläne: Wieso wir bald für 20 Euro fliegen und die Umwelt schonen könnten

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FLUGZEUG
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  • Ein amerikanisches Startup will kleine Flugzeuge mit einem Elektroantrieb bauen
  • Mit ihnen sollen Kurzstreckenflüge schneller, günstiger und umweltfreundlicher werden

Eine Flugreise, die sich anfühlt, wie mal eben den Bus zu nehmen. Das ist ein Traum für viele Reisende. Ein kleines Startup aus den USA verspricht genau das.

Die Entwickler von Zunum Aero aus dem US-Bundesstaat Washington wollen kleine Flugzeuge mit Elektro-Hybrid-Antrieben bauen. Das soll das Fliegen, schneller günstiger und umweltfreundlicher machen. Eben wie mit einem Elektrobus. Am Mittwoch stellte das Unternehmen seine Pläne vor.

Die Reisezeit soll sich halbieren

Noch immer warten Passagiere an Flughäfen meist länger, als sie sich in der Luft befinden. Wer in 55 Minuten von Leipzig nach Düsseldorf fliegen kann, aber die meiste Zeit damit verbringt, sich vor den Sicherheitskontrollen die Füße zu vertreten - der fährt eben doch lieber mit der Bahn oder dem Auto.

Bei der Flugflotte von Zunum Aero soll das anders sein.

Die Passagiere sollen ohne lange Warteschlangen mit ihrem Handgepäck schnell in den kleinen Maschinen sitzen, verspricht Zunum-Aero-Chef Ashish Kumar gegenüber der US-Tageszeitung "Washington Post". 10 bis 50 Plätze soll das Flugzeug haben. Das werde beim Check-in viel Zeit sparen, glaubt Kumar. Die Reise von Tür zu Tür soll sich so halbieren.

Dank des hybriden Elektroantriebs sollen die Flugreisen auch günstig sein. Gegenüber der "Washington Post" geht der Zunum-Aero-Chef von 40 bis 80 Prozent niedrigeren Betriebskosten aus als bei herkömmlichen Maschinen. Das würde die Ticketpreise drücken. Die "Washington Post" spricht von 25 Dollar, also etwas mehr als 20 Euro, die ein Flug mit einer Zunum-Aero-Maschine in den USA kosten soll.

Außerdem müssten Passagiere kein schlechtes Gewissen haben, mit ihrem Flug die Luft zu verpesten. Noch stößt ein Flugzeug im Vergleich mit einem Auto oder der Bahn mit Abstand am meisten CO2 pro Passagier und zurückgelegten Kilometer aus.

Das Ziel von Zunum Aero ist es, irgendwann Flugzeuge herzustellen, die vollständig auf einen elektrischen Antrieb setzen. Sprich: Die keinen CO2 mehr ausstoßen würden. Bis es jedoch soweit ist, sollen ein Elektro- und ein herkömmlicher Antrieb für die nötige Schubkraft sorgen.

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Das "Tesla der Lüfte"

Denn noch fehle die nötige Akkupower, um das ambitionierte Projekt umzusetzen, berichtet die "Washington Post". Mit Boing und JetBlue hat das kleine Startup aus Washington allerdings schon Schwergewichte als Investoren an Land gezogen. Der Präsident von JetBlue Technology Ventures bezeichnet Zunum Aero gegenüber der US-Zeitung als "Tesla der Lüfte".

Die Zuversicht ist also groß, dass das Start-up seine ambitionierten Ziele erreichen kann. Allerdings ist das Unternehmen nicht ohne Konkurrenz. Airbus arbeitet zusammen mit Siemens an Regionalflugzeugen, die auch mit einem Elektro-Hybrid-Antrieb unterwegs sind.

Und auch ein britisches Start-up versucht, in zehn Jahren ein Elektro-Flugzeug bauen zu können. Es soll die Strecke London-Paris schaffen, berichtet der britische Nachrichtensender BBC.

Die Luftfahrtbranche hat das Potential von hybriden Flugzeugen offenbar erkannt.

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(lp)