Türkei-Referendum in Deutschland: Imam soll Wahl manipuliert haben

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Türkei-Referendum in Deutschland: Imam soll Wahl manipuliert haben | Anadolu Agency via Getty Images
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  • Türkische Medien werfen einem Imam in Deutschland vor, das türkische Verfassungs-Referendum manipuliert zu haben
  • Das zuständige türkische Generalkonsulat sprach laut einem Medienbericht von "Unregelmäßigkeit" im Verlauf der Abstimmung

Noch bis Sonntag können die in Deutschland lebenden Türken über die Verfassungsänderung der Türkei abstimmen. Das ist in türkischen Generalkonsulaten möglich, unter anderem in Düsseldorf. Dort ist es jetzt zu einem brisanten Vorfall gekommen.

Einem Imam der Ditib-Gemeinde im nahen Solingen wird vorgeworfen, als Wahlhelfer die Stimmabgabe manipuliert zu haben. Das berichtet die regionale Tageszeitung "Rheinische Post" unter Berufung auf türkische Medien.

Imam soll für einen Wähler für "Ja" gestimmt haben

So soll der Imam einen Stimmberechtigten zunächst in die falsche Wählerliste eingetragen haben. Anschließend habe er für den Wähler mit "Ja" gestimmt. Damit hätte der Wähler also der umstrittenen Verfassungsänderung der Türkei zugestimmt. Der Solinger Imam habe von einem Versehen gesprochen.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan möchte mit dem Referendum die Einführung eines Präsidialsystems erreichen, dass seine Machtbefugnisse entschieden ausweiten würde.

Die Ditib-Gemeinde in Solingen als auch die Deutschland-Zentrale der türkischen Moscheen-Gemeinde habe sich auf Anfrage der "Rheinischen Post" zu den Vorwürfen zunächst nicht geäußert.

Düsseldorfer Generalkonsulat berichtet von "Unregelmäßigkeiten"

Das Düsseldorfer Generalkonsulat bestätigte auf Anfrage der "Rheinischen Post" die Vorwürfe zumindest teilweise. Es sei zu Unregelmäßigkeiten im Abstimmungsverlauf gekommen.

Ein Bürger habe beispielsweise "aus Versehen in Düsseldorf gewählt", obwohl er in der Türkei registriert sei. Entsprechende Konsequenzen seien gezogen worden. Dem Wähler sei ein Verwarnungsschreiben gesendet worden. Damit könne er nicht mehr ein zweites Mal in der Türkei abstimmen.

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(lp)

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