POLITIK
08/04/2017 12:13 CEST | Aktualisiert 08/04/2017 12:21 CEST

Der 99-Prozent-Präsident: Der "Economist" glaubt, den Sieger der Frankreich-Wahl zu kennen

Stephane Mahe / Reuters
Der 99-Prozent-Präsident: Der "Economist" glaubt, den Sieger der Frankreich-Wahl zu kennen

  • Statistisch betrachtet ist Emmanuel Macron beinahe sicherer Sieger der Frankreich-Wahl

  • Das hat der "Economist" errechnet

Emmanuel Macron wird der nächste französische Präsident. Davon ist das britische Wirtschaftsmagazin "Economist" überzeugt. Dahinter steckt jedoch keine politische Analyse, sondern eine statistische Erhebung.

Demnach habe Macron eine 99-prozentige Chance bei der Präsidentschaftswahl im Mai gegen die rechte Front-National-Chefin Marine Le Pen zu gewinnen.

Das zu Grunde liegende statistische Verfahren, das der "Economist“ in seinem Blog "Graphic Detail“ nutzt, nennt sich "Lokal Lineare Kernel-Regression“.

Vereinfacht gesagt beruht das Ergebnis auf einer Vielzahl von Umfragen, aus denen die statistische Unschärfe herausgerechnet worden ist. Dazu wurden vergangene Wahlprognosen der letzten 50 Jahre mit dem tatsächlichen Wahlergebnis verglichen.

Mehr zum Thema: Der französische Präsidentschaftskandidat Macron zeigt, dass man mit Europa wieder Wahlen gewinnen kann

Auch Fillon würde Le Pen besiegen

Das Ergebnis: Den ersten Wahlgang wird Marine Le Pen mit 83-prozentiger Wahrscheinlichkeit gewinnen, Macron zieht zu 80 Prozent in Runde Zwei ein.

Bei der Stichwahl im Mai würde Macron in 99 von 100 Fällen gegen Le Pen gewinnen. Würde der Konservative Francois Fillon gegen Le Pen antreten, würde er zu 91 Prozent gegen die Front-National-Chefin siegen.

Doch: Fillon hat nur eine 25-prozentige Chance, die zweite Wahlrunde zu erreichen, glauben die Statistiker des "Economist“.

Die US-Wahl im vergangenen Jahr hat jedoch gezeigt: Berechnungen wie die des "Economist" können fehlschlagen. Auch der Kandidatin Hillary Clinton attestierten Umfrage-Analysten damals teilweise eine 97-prozentige Chance, die Wahl zu gewinnen. Bekanntlich unterlag sie im November 2016 Donald Trump.

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(ll)