Islamischer Gebetsruf in Song: Berliner DJ in Tunesien zu einem Jahr Haft verurteilt

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  • Ein britischer DJ, wohnhaft in Berlin, ist in Tunesien in Abwesenheit zu einem Jahr Haft verurteilt worden
  • Er hatte auf einem tunesischen Musikfestival einen islamischen Gebetsruf in einen seiner Songs eingebaut

Der britische DJ Dax J ist in Tunesien zu einem Jahr Haft verurteilt worden, berichtet die britische Tageszeitung "The Telegraph". Der in Berlin wohnhafte Musiker hatte vorigen Freitag auf einem tunesischen Musikfestival einen Song gespielt, in dem auch ein islamischer Gebetsruf gemixt war.

Ein tunesisches Gericht hat ihn darum wegen Unsittlichkeit und der Verletzung öffentlicher Moral in Abwesenheit verurteilt. Dax J hatte das Land bereits verlassen.

Hassbotschaften und Drohungen

Eine Aufnahme seines Auftritts tauchte diese Woche im Internet auf. Manche Internetnutzer fühlten sich offenbar provoziert, sie schickten dem Briten Hassnachrichten und bedrohten ihn. Die tunesischen Behörden schlossen am Montag den Club, in dem Dax J aufgetreten war.

Der Gouverneur der tunesischen Stadt Nabeul, wo das Festival stattgefunden hatte, sagte gegenüber "The Telegraph": "Wir werden keine Attacken auf religiöse Gefühle und das Heiligste zulassen."

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Auf Facebook entschuldigte sich Dax J nochmals bei "jedem, den ich möglicherweise mit meiner Musik auf dem Orbit Festival in Tunesien am Freitag verletzt habe."

Er habe den Gebetsruf nur wegen seiner musikalischen Qualität ausgewählt. In seinem Beitrag wies er auch daraufhin, dass die Verurteilung in fünf Jahren verfallen werde.

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(jg)