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In Europa geht gerade ein jahrzehntelanger blutiger Konflikt zu Ende - und kaum jemand bekommt es mit

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ETA
In Europa geht gerade ein jahrzehntelanger blutiger Konflikt zu Ende - und kaum jemand bekommt es mit | Regis Duvignau / Reuters
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  • Über ein halbes Jahrhundert lang hat die Terrororganisation ETA in Europa Menschen ermordet
  • Vor allem in Spanien und Frankreich verübte die baskische Untergrundbewegung grausame Anschläge
  • Jetzt gibt die ETA ihre letzten Waffen ab

Hunderte Attentate seit Beginn der 1960er-Jahre, 2300 Verletzte und mehr als 830 ermordete Männer, Frauen und Kinder: Die Euskadi Ta Askatasuna (Baskenland und Freiheit, ETA) hat Europa - und vor allem Frankreich und Spanien - mit ihrem brutalen Kampf für ein unabhängiges Baskenland jahrzehntelang in Schrecken versetzt.

Jetzt hat die Untergrundbewegung und Terrororganisation ihre letzten Waffen ausgehändigt. Einer der blutigsten Konflikte des letzten halben Jahrhunderts auf dem europäischen Kontinent geht damit zu Ende.

120 Waffen, drei Tonnen Sprengstoff und große Mengen Munition

Internationale Experten teilten am Samstag mit, dass die ETA den französischen Behörden eine Liste mit den Verstecken der Waffenarsenale der Organisation im Süden Frankreichs ausgehändigt habe. Die Experten sollen die im März angekündigte Entwaffnung im französischen Bayonne an der Grenze zum spanischen Baskenland überwachen.

Insgesamt handelt es sich nach Angaben von beteiligten Vermittlern um 120 Waffen, drei Tonnen Sprengstoff und eine große Menge Munition. Die Zeitung "El País" sprach von insgesamt acht Lagern. Die Organisation werde damit als entwaffnet betrachtet, so die Mitglieder der "Internationalen Kommission zur Verifizierung des Waffenstillstandes" (CIV).

Die ETA hatte bereits am Freitag in einem von der britischen BBC veröffentlichten Brief erklärt, sie habe all ihre Waffen an Vertreter der baskischen Zivilgesellschaft übergeben.

Dieser Akt könne den Frieden konsolidieren

Auf einer Pressekonferenz hieß es am Samstag, die Liste mit den Verstecken sei mittlerweile der französischen Polizei übergeben worden. "Dieser wichtige Akt kann den Frieden in der baskischen Gesellschaft konsolidieren", erklärte der Chef der Kommission, Ram Manikkalingam.

Die französische Regierung begrüßte die Übergabe der Liste. Das sei ein "großer Schritt", sagte Innenminister Matthias Fekl in Paris laut Nachrichtenagentur AFP. Die Polizei habe am Samstag begonnen, die Verstecke ausfindig zu machen und die Waffen sicherzustellen, so der Minister.

Die spanische Regierung betonte hingegen, trotz der Entwaffnung werde es keine Zugeständnisse an die ETA geben. Eine Amnestie für die zahlreichen in Haft sitzenden ETA-Mitglieder wird es demnach nicht geben. Innenminister Juan Ignacio Zoido hatte zuletzt erneut die komplette Auflösung der Gruppe gefordert.

ETA erklärte Strategie des Terrors bereits 2011 für beendet

Die ETA war 1959 während der Franco-Diktatur gegründet worden und hatte 1968 ihren ersten Terroranschlag verübt. Mit den blutigen Attentaten wollte die Gruppe die Unabhängigkeit des Baskenlandes im Norden Spaniens und im Süden Frankreichs erzwingen.

Die Euskadi Ta Askatasuna hatte bereits im Oktober 2011 ihre Strategie des Terrors für beendet erklärt. Seither hatten die Separatisten keine Anschläge mehr verübt, aber weder ihre Strukturen aufgelöst, noch ihre Waffen abgegeben.

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(ll)