Erdogan erlässt absurde Notverordnung – es geht um Körperbehaarung

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  • Wie Medien berichten, habe Erdogan ein Dekret zur Laser-Entfernung von Körperbehaarung erlassen
  • Er habe die Verordnung bei einer Veranstaltung mit Vertretern der Schönheitsindustrie unterschrieben
  • Eine Zusammenfassung des Textes seht ihr oben im Video

Es sind turbulente Zeiten. Die Türkei befindet sich seit dem Putschversuch im vergangenen Juli im Ausnahmezustand. Präsident Recep Tayyip Erdogan regiert per Notstandsverordnung. Doch nicht alle Erlasse des Präsidenten zahlen darauf ein, die Sicherheit des Landes zu gewährleisten.

Ganz im Gegenteil: In den sozialen Medien sorgt eine Verordnung Erdogans für Wirbel, die kaum absurder sein könnte. Der türkische Präsident hat offenbar ein Dekret verordnet, das Schönheitssalons die Durchführung von Laser-Haarentfernungen erlaubt.

Erdogan unterschrieb den Erlass auf einer Veranstaltung der Schönheitsindustrie

Erdogan unterzeichnete den Erlass bei der Veranstaltung "Ja für eine schönere Türkei" am 29. März, bei der viele Beauty-Experten anwesend gewesen seien, berichtet das Onlinemagazin "Al-Monitor“. Einige der Experten standen neben dem Präsidenten auf dem Podium und begrüßten die Entscheidung Erdogans, der für sein Referendum warb und doppeldeutig "eine schönere Türkei“ versprach.

Der Präsident vermied Worte wie "Haarentfernung“, um nicht bei konservativ islamischen Wählern anzuecken, berichtet "Al-Monitor" weiter. Auch die türkische Zeitung "Aksam" berichtet von der Veranstaltung, zitiert Erdogan: "Ich unterzeichne die Verordnung, die Schönheits-Spezialisten erlaubt, nicht medizinische Eingriffe vorzunehmen."

Bislang waren die Schönheitseingriffe nur in Kliniken und Krankenhäusern erlaubt. Ein Video bei YouTube zeigt die Veranstaltung , bei der Erdogan das Dekret unterschrieben haben soll. Sie wurde von einer Lobby-Gruppe der Schönheitsindustrie organisiert.

Jede Stimme könnte ausschlaggebend sein, das scheint auch Erdogan eine Woche vor dem Referendum zu spüren.

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(lm)


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