Streit um Adenauer-Titelstory: Union erhebt schwere Vorwürfe gegen "Spiegel"

Veröffentlicht: Aktualisiert:
ADENAUER
Streit um Adenauer-Titelstory: Union erhebt schwere Vorwürfe gegen "Spiegel" | Getty / twitter
Drucken
  • Der "Spiegel" hat enthüllt, dass CDU-Bundeskanzler Adenauer politische Gegner bespitzeln ließ
  • Unionspolitiker Hans-Peter Friedrich wirft dem Magazin vor, Wahlkampfhilfe für die SPD zu betreiben

Müssen unsere Geschichtsbücher umgeschrieben werden? Das Nachrichtenmagazin "Spiegel“ hat einen Streit um das Vermächtnis des langjährigen Bundeskanzlers Konrad Adenauer (CDU) entfacht.

Adenauer habe einem "Spiegel“-Bericht zufolge führende Sozialdemokraten wie den damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Willy Brandt bespitzeln lassen.

Das berichtet das Magazin unter Berufung auf Geheimakten der Bundesregierung und des Bundesnachrichtendienstes (BND). Danach habe Adenauer dem damaligen BND-Präsidenten Reinhard Gehlen im September 1960 einen entsprechenden Arbeitsauftrag erteilt.

Union erhebt schwere Vorwürfe gegen "Spiegel"

Ex-"FAZ“-Herausgeber Hugo Müller-Vogg warf dem "Spiegel“ vor, mit seiner Titelstory der Union im Wahlkampf schaden zu wollen. Müller-Vogg schrieb bei Twitter: "Warum kommt @DerSPIEGEL jetzt mit diesen 'Enthüllungen"' Weil Wahlkampf ist? Um der @cducsu zu schaden? Never ever.“

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union, Hans-Peter Friedrich, ging noch einen Schritt weiter. Er erhob schwere Vorwürfe gegen den "Spiegel“.

Bei Twitter schrieb er: "Wenn einem zur SPD nix Positives einfällt, behauptet man halt mal was Negatives über die @CDU. Wird schon was hängen bleiben.“

Das wollte Adenauer über Brandt wissen

Der "Spiegel“ schreibt in seiner Freitagsausgabe: Adenauer habe wissen wollen, ob Brandt für Hinrichtungen im Spanischen Bürgerkrieg verantwortlich war oder ob er für eine fremde Macht spioniert hat. Brandt war vor den Nationalsozialisten nach Norwegen geflohen und hatte für norwegische Zeitungen vom Bürgerkrieg in Spanien berichtet.

Dem Bericht zufolge schlug Brandt in den 60er Jahren eine emigrantenfeindliche Stimmung entgegen, die Adenauer mithilfe der BND-Informationen nutzen wollte. Unter führenden Christdemokraten sei es kein Geheimnis gewesen, dass Adenauer die SPD ausspionierte - obwohl er damit gegen Recht und Gesetz verstieß.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(ll)