Wolfgang Schäuble appelliert an Muslime

Veröffentlicht: Aktualisiert:
SCHUBLE
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble | GREGOR FISCHER via Getty Images
Drucken
  • Wolfgang Schäuble fordert von Muslimen, das deutsche Recht zu akzeptieren
  • Er plädiert zudem für klare Regeln im Verhältnis von Muslimen und Nicht-Muslimen

Teile der Union inszenieren sich weiter als Hardliner in Sachen Integration.

"Wir brauchen eine Ordnung für das Zusammenleben zwischen Muslimen und der Mehrheit der Nichtmuslimen in Deutschland", sagte Wolfgang Schäuble der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post".

"Toleranz ist keine Einbahnstraße

"Wir haben in der Tat viele Probleme mit der Integration muslimisch geprägter Menschen, die wir lösen müssen. Insofern sprechen Jens Spahn und andere berechtigte Themen an." Allerdings sagte Schäuble auch: Das Anliegen sei richtig, ein eigenes Bundesgesetz dafür aber nicht die richtige Methode. Spahn hatte kürzlich ein Islamgesetz gefordert.

Schäuble forderte Muslime zudem auf, auch einen Schritt auf die Aufnahmegesellschaft zuzugehen.

Schäuble warnt vor gesellschaftlichen Spaltung

"Wenn Muslime in unserer freiheitlichen und offenen Ordnung zuhause sein wollen, dann müssen sie diese ohne Abstriche akzeptieren. Das deutsche Recht gilt ohne Wenn und Aber für alle, die hier leben. Toleranz ist keine Einbahnstraße. Falsch verstandene Toleranz kann zu gesellschaftlicher Spaltung führen."

Spahn musste nach seinem Vorschlag eines Islamgesetzes heftige Kritik einstecken. Dass Schäuble ihn verteidigt, wundert nicht. Denn Schäuble gilt als Förderer von Spahn und machte ihn 2015 zu seinem Staatssekretär.

Aber ebenso wie bei Spahn gibt es auch ein Problem in der Argumentation: Indem Schäuble von den Muslimen in Deutschland fordert, das deutsche Recht zu akzeptieren, unterstellt er, dass das bei der Mehrheit nicht der Fall ist. Was nicht stimmt - vor allem junge Muslime in Deutschland bekennen sich mit großer Mehrheit zum Grundgesetz.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(ll)

Korrektur anregen