LIFESTYLE
07/04/2017 12:37 CEST

Erstaunliche Rettung: Die Ärzte hatten ihren Sohn aufgegeben - dann gaben die Eltern ihm Cannabis

Twitter / Deryn Blackwell
Erst durch seine Eltern überlebte er zwei furchtbare Krankheiten.

Die eigene Beerdigung zu planen ist nichts, was ein 13-Jähriger tun sollte. Doch Deryn Blackwell aus England hatte bereits alles bis ins kleinste Detail organisiert. Der Leichenwagen, das Sargmodell, sogar der Song, der auf seiner Beerdigung laufen sollte.

Denn Deryn galt als unheilbar krank, die Ärzte hatten ihn bereits aufgegeben. Weil die Eltern aber nicht mehr tatenlos zusehen wollten, unternahmen sie einen gewagten Schritt und verabreichten ihrem Sohn Cannabis. So retteten sie ihm das Leben.

Eine schreckliche Nachricht veränderte sein Leben

Als Deryn 13 Jahre alt war, überbrachten ihm die Ärzte eine schreckliche Nachricht: Er habe Leukämie und müsse sofort in Behandlung. Für Deryn und seine Eltern brach eine Welt zusammen.

Nach der Diagnose kämpfte Deryn ein ganzes Jahr gegen den Blutkrebs. Dann die nächste schlimme Nachricht: Zu seiner Leukämie war noch eine weitere Krankheit hinzugekommen: Das extrem seltene Langerhans-Zell-Sarkom, auch LCH oder Histiozytose genannt.

Bei dieser Krebsart leiten sich Tumorzellen aus dem Knochenmark ab. Die Zellen befallen meist die Knochen, die Hau, aber auch innere Organe. Die Erkrankung äußerst sich durch massive Schmerzen und Schwellungen an den Extremitäten.

Die Ärzte sahen keine Hoffnung mehr für den Jungen

Auch Deryn litt an furchtbaren Schmerzen. "Seine Finger schwollen an, wurden ganz schwarz und bereiteten ihm unsägliche Schmerzen. Immer wieder bettelte er mich an, ihm die Hände abzuschneiden“, erinnert sich seine Mutter Callie.

Seinen 14. Geburtstag erlebte Deryn im Krankenhaus. Er hatte bereits Entzugserscheinungen wie ein Drogenabhängiger, weil ihn die Ärzte täglich mit schweren Schmerzmitteln therapiert hatten.

Trotz mehrfacher Chemotherapien verschlechterte sich seine Verfassung weiter. So schlimm, dass die Ärzte bald keine Hoffnung mehr für ihn hatten. Deryn kam in ein Hospiz.

Die Ärzte gaben ihm noch drei Tage zu leben. "Wie jede andere Mutter, konnte ich seinem Leiden nicht mehr tatenlos zusehen“, sagte seine Mutter Callie der britischen "Daily Mail".

Die Hoffnung ist Grün

"Ich durchforstete das Internet und stieß dabei auf ein auf Cannabis basierendes Schmerzmittel, das meinem Sohn helfen könnte.“ Als Callie den Ärzten von ihrer Entdeckung erzählte, machten diese ihre Hoffnung sofort wieder zunichte: Das Mittel sei in England verboten. Die Wirkung von Cannabis sei zudem noch nie an Patienten wie Deryn getestet worden.

Die Eltern ließen allerdings nicht davon ab, ihrem Sohn helfen zu wollen. Sie beschlossen, das Medikament selbst herzustellen.

Sie besorgten sich auf illegalem Weg das erforderliche Cannabis. "Wir trafen eine Entscheidung, vor der viele Eltern zurückschrecken würden. Wir selbst hatten auch Bedenken“, sagt Callie.

"Wir stellten die Tinktur in unserer eigenen Küche her – es stank fürchterlich und wir fühlten uns wie Verbrecher“, erzählt die Mutter.

Zurück im Krankenhaus verabreichten die Eltern Deryn das Cannabis-Mittel über einen Verdampfer. Es geschah ein Wunder: Schon nach einer Stunde verbesserte sich Deryns Zustand.

Die Schmerzen in seinen Händen hörten auf und er fühlte sich entspannter – das erste Mal seit er die Krebs-Diagnose erhalten hatte.

Als die Eltern merkten, dass das Mittel keine Nebenwirkungen zeigte, setzten sie die Therapie an ihrem Sohn fort, stets im Unwissen der Ärzte - Cannabis ist in England illegal und das Verabreichen kann hohe Geld- und Freiheitsstrafen nach sich ziehen.

Wie durch ein Wunder hatte sich Deryns Zustand stabilisiert

Nach mehreren Wochen konnten Ärzte und Pfleger es nicht glauben: Deryns Zustand hatte sich stabilisiert. Wenig später konnt er das Krankenhaus verlassen.

Ein Beweis dafür, dass die Cannabis-Tinktur Deryns Gesundheitszustand verbesserte, waren seine Blutwerte. Jedes Mal, wenn die Eltern das Mittel wieder absetzten, verschlechterten sich die Werte.

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Der Wirkstoff schien eine wesentliche Rolle bei der Genesung des krebskranken Kindes zu spielen.

Inzwischen ist Deryn wieder vollständig genesen. Er ist nun 17 Jahre alt und konnte erfolgreich seinen Schulabschluss machen.

Nun will er eine Ausbildung zum Koch machen – spezialisiert auf vegane Gerichte. "Vielleicht hat das damit zu tun, dass er so viele Jahre nur Krankenhausessen bekommen hat“, vermutet seine Mutter.

Mit jedem Tag, der vergeht, schwindet das Risiko für eine erneute Krebserkrankung ein Stückchen weiter. "Ich werde wohl nie ganz frei von dieser Angst sein und damit leben müssen“, sagt Callie jedoch.

"Jedes Mal, wenn ich Deryn in die Augen blicke, dann wird mir Folgendes klar: Egal wie groß die Steine sind, die uns das Schicksal in den Weg legt - es gibt immer einen Weg, sie zu überwinden.“

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(lk)

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