Hotelchefinnen: Urlaub bei den Powerfrauen

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Im Berghotel Maibrunn trifft Design auf Tradition

Diese Hotelchefinnen tun weit mehr, als nur zu repräsentieren. Es sind Powerfrauen, die mit außergewöhnlichen Fähigkeiten begeistern. Als Interior-Designerin, Jägerin, Wanderführerin, Mountainbikeguide, Hundeflüsterin, Künstlerin, Brotbäckerin oder Kräuterhexe. Ihre Leidenschaft teilen sie mit ihren Gästen, was die mit Begeisterung annehmen. Denn so kommen sie in den Genuss außergewöhnlicher und ausgefallener Urlaubserlebnisse.

Interior-Designerin im Bayerischen Wald

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Liliafarbene Geweihe und grasgrünes Kuhfell, Schaukelstuhl "Stingray" von Thomas Pedersen neben Philippe Starcks Beistelltisch "Gnome", Moroso-Möbeln auf der Terrasse, norddeutsche Strandkörbe werden hier "Bergkorb" genannt. Es ist ein glücklicher Umstand, dass Anna Miedaner, Inhaberin und Gastgeberin im Berghotel Maibrunn, passionierte Innenarchitektin ist. Das macht dieses 4-Sterne-Superior Hotel besonders. Dazu liegt es an einem Ort, wo man es nicht unbedingt vermuten würde - in Sankt Englmar im Bayerischen Wald.

Anna Miedaner und ihre Tochter Johanna Hamberger-Moder führen das Ende 1966 eröffnete Haus in zweiter und dritter Generation. Zum 50-jährigen Jubiläum spendierten sich die beiden Frauen mit "Charlotte" und "Maximilian" zwei 60 Quadratmeter große Suiten und den Gästen die "Jubi-Wochen" mit besonderen Angeboten bis 31. Mai 2017. Zur Wohlfühl-Philosophie in Maibrunn gehört aber nicht nur modernes Design, das hier überall auf bayerische Tradition trifft, sondern Besonderheiten wie der Weinberg nebenan, bei dem Gäste Rebstock-Patenschaften übernehmen können. Und weil Anna Miedaner auch Jägerin ist, weiß sie viel über die Tiere im hauseigenen Wildgehege zu erzählen. Unter ihnen leben zwei schneeweiße Hirsche, die weltweit zu den letzten 150 ihrer Art zählen. Ansonsten ist in der Gegend Sport angesagt, Mountainbiken, Radfahren, Golfen. Danach Entspannung Im Spa und Kulinarik im ausgezeichneten Restaurant mit dem treffenden Namen Carpe Diem.

Die Strudlköniginnen vom Hochkönig

Lisbeth Schafhubers Oma pflegte zu sagen: "Heiratsreif bist, wenn du den Strudelteig so dünn ausziehen kannst, dass du darunter den Liebesbrief deines Liebsten lesen kannst." Lisbeth war schnell heiratsreif, seit 1971 gehört ihr das "Cafe" in Maria Alm am Hochkönig, besser bekannt als "Strudelstube". Die Neuinterpretation von Omas Apfel- und Topfenstrudel sind der Hit.

Längst ist Lisbeth (70) selbst Oma, hat die Strudelgeheimnisse Tochter Susi (45) weiter gegeben. Deren Tochter Laura (23) ist auch bald soweit. Bis dahin lustwandert Wanderführerin Susi mit ihren Gästen zur Strudelstube, wo es auch selbstgemachte Naturlimonaden gibt. Und was in denen steckt, verrät sie im Kräuterworkshop "Kraft der Kräuter".

Malwochen in Saalbach-Hinterglemm

Schöne Bescherung: Weihnachten 2011 zerstörte ein Feuer die oberen Stockwerke des Wanderhotels Glemmtalerhof in Saalbach-Hinterglemm. Aber Juniorchefin Tanja Miksch machte das Beste daraus - mit Erfolg. Über Klosterschule, Schneiderlehre, höhere Lehranstalt für Mode und Bekleidungstechnik und Studium in Design- & Produktmanagement kam Tanja nach Jahren der (beruflichen) Wanderschaft wieder in das 4-Sterne-Superior-Hotel im Pinzgau, das ihrer Tante Christine Schnell gehört.

Jetzt sitzt sie in der Geschäftsführung - und bringt als "Fachfremde" völlig neue Denkansätze mit. Tanja Miksch liebt es, abstrakte Bilder zu gestalten, jeden Frühling und im Herbst lädt sie die Vorarlberger Künstlerin Anita Grabher für einen einwöchigen Malkurs in den Glemmtalerhof ein. Und das ist nur eine der vielen kreativen Ideen.

Die Brot-Schwestern der Dolomiten

Eva und Brigitte Zelger schüren den 300 Jahre alten Steinbackofen vor dem Haus ein, kurze Zeit später hat sich auf den Brotfladen eine schöne Kruste bildet. Ein Highlight für die Gäste, wenn sich der Duft von frischem Brot ausbreitet. Im Hotel Pfösl in Deutschnofen am Fuße der Dolomiten dringen beim nachmittäglichen Brotbackkurs der Zelger-Schwestern viele Duftnoten in die Nase. Es gibt Chilibrot, Trüffelbrot, Nussbrot, Sauerteigbrot, Speck-Kartoffelbrot und andere mehr.

Zur Marende, der typischen Südtiroler Brotzeit, reichen die Wirtsleute dazu Speck, Käse, Wurst und verschiedene Aufstriche. Brigitte und Eva Zelger sind aber nicht nur Brotbäckermeisterinnen, sondern auch echte Wald- und Bergmeisterinnen. Als ausgebildete Wanderführerinnen und Mountainbike-Guides bringen die Schwestern einmal wöchentlich persönlich ihren Gästen die Schönheit ihrer Heimat näher.

Die Hundefreundin aus dem Vinschgau

"Nein, Hundeflüsterin bin ich keine", sagt Marilena Pinzger und lacht. "Der Lou ist Hundeflüsterer, den kennt hier in Südtirol jeder Hundebesitzer!" Südtirols bekanntester Hundetrainer begleitet die Marilena und ihre Gäste vom Vinschgerhof in Schlanders regelmäßig auf ihre Wanderungen im Vinschgau. Sie ist seine Musterschülerin und gibt alles Gelernte an ihre Gäste weiter.

Überhaupt ist der Vinschgerhof voll auf Vierbeiner eingestellt: Hotelhund Lenny - ein junger Australian Shepherd - gibt seinen neun Kumpels gleich nach der Begrüßung die ersten Wander- und Gassigehtipps. Von Frauchen Marilena bekommt jeder vierbeinige Gast einen Hundekorb mit Überraschungen. Wer auf eigene Faust die Schönheit Südtirols erwandern will, dem gibt die Juniorchefin vom Vinschgerhof wertvolle Tipps für hundefreundliche Touren - etwa für die besten Wasserstellen warten oder was zu tun ist, wenn Fiffi auf eine Kuhherde trifft.