Trump greift Assad an: 59 Marschflugkörper schlagen auf syrischem Flughafen ein

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  • Die USA haben in der Nacht einen syrischen Militärflughafen mit 59 Marschflugkörpern angegriffen
  • Die Attacke ist eine Vergeltung für den Chemiewaffeneinsatz auf die Stadt Chan Schaichun
  • Auf der Militärbasis sind auch russische Kampfhubschrauber stationiert
  • Die wichtigsten Infos des Textes seht ihr zusammengefasst auch im Video oben

Die USA haben einen Flughafen in Syrien angegriffen. Das berichtet der Nachrichtensender CNN. Auf Befehl von US-Präsident Donald Trump sollen 59 Marschflugkörper ein Flugfeld des Assad-Regimes attackiert haben.

Bei dem Angriffsziel handele es sich um den Militärflugplatz Al-Shayrat in der Provinz Homs, von dem aus am vergangenen Dienstag nach US-Lesart ein Giftgasanschlag der Assad-Regierung auf die Kleinstadt Chan Schaichun verübt worden ist.

US-Beschuss vom Mittelmeer aus

Die Raketen wurden von zwei Zerstörern im Mittelmeer gestartet, der USS Ross und der USS Porter. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums gegenüber CNN wurden Startbahnen, Flugzeuge und Treibstoffdepots angegriffen.

In Al-Shayrat sind auch russische Kampfhubschrauber vom Typ Mi-24, Mi-35, Mi-28N und Ka-52 stationiert. Nach einem Bericht von "Janes" zeigen Satellitenbilder, dass die Russen ihre Präsenz in Shayrat im letzten Jahr stark ausgebaut hatten.

Aus Moskau gab es zunächst keine Reaktion auf den US-Angriff. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte, die USA hätten Russland vorab über den Angriff informiert. Außenminister Rex Tillerson verwies unabhängig davon darauf, dass es vor der Operation keine Absprache oder Koordinierung mit Moskau gegeben habe.

Beim Angriff der USA auf den syrischen Flugplatz hat es nach offiziellen Angaben des syrischen Regimes aus Damaskus "Verluste" gegeben. Das Flugfeld sei "schwer beschädigt" worden.

Aktivisten zufolge sind vier Armeeangehörige getötet worden. Unter ihnen sei ein General, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag. Der Gouverneur der Provinz Homs, Talal Barasi, sagte am Freitag der Deutschen Presse-Agentur, bei dem US-Angriff seien mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Bei den Toten handele es sich um drei Soldaten und zwei Zivilisten.

Entscheidung fiel am Donnerstag

Die Entscheidung für den Angriff ist Donnerstag bei einem Treffen in Mar-a-Lago gefallen, auf dem das Nationale Sicherheitsteam Trump über mögliche Optionen informiert hat. Die Zusammenkunft soll von Verteidigungsminister James Mattis geleitet worden sein, berichtet CNN.

Neben Mattis sollen noch drei weitere Minister in Mar-a-Lago anwesend gewesen sein, darunter Außenminister Rex Tillerson, Handelsminister Wilbur Ross und Finanzminister Steve Mnuchin.

US-Präsident Trump und Außenminister Rex Tillerson hatten nur Stunden zuvor den Druck auf die Regierung des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad erhöht. Trump sagte mit Blick auf Assad: "Ich denke er ist der, der die Dinge verantwortet. Und ich denke, es sollte etwas passieren."

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Mit Material der dpa

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(sk)

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