Mit diesem Geständnis brach Prinzessin Diana ein Tabu - noch heute feiern Frauen ihren mutigen Schritt

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Mit Mut und Entschlossenheit hat Prinzessin Diana zahlreiche Tabus gebrochen und starre Konventionen über den Haufen geworfen - nicht nur innerhalb des britischen Königshauses.

Für kaum einen Schritt aber dürften Frauen der verstorbenen Lady Di noch heute so dankbar sein wie für ein Geständnis, das sie vor über 20 Jahren in einem TV-Interview mit dem britischen Fernsehsender BBC machte. (Ihr seht ihre Aussagen im Video oben.)

Das 1995 ausgestrahlte Gespräch mit dem Journalisten Martin Bashir erregte damals vor allem wegen Dianas Aussagen zur Untreue in ihrer Ehe mit Prinz Charles Aufsehen.

"Niemand traut sich darüber zu sprechen"

Sie war aber noch an anderer Stelle in dem berühmten Interview bemerkenswert ehrlich: Sie sprach ganz öffentlich darüber, dass sie nach der Geburt ihres ersten Sohnes William unter postnataler Depression litt und wie sehr ihr die Krankheit zusetzte.

Alle seien “ganz aus dem Häuschen gewesen”, als feststand, dass sie einen Jungen erwartete, sagt Diana in dem Interview. Die Schwangerschaft sei jedoch sehr schwierig gewesen.

Als William auf die Welt gekommen sei, habe sie sich erleichtert gefühlt, es sei ihr deutlich besser gegangen.

Doch das Glücksgefühl habe nicht angehalten, sagt sie in dem Gespräch. “Ich bekam eine postnatale Depression. Niemand traut sich darüber zu sprechen. Das war sehr schlimm für mich.”

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Gegenüber Bashir beschreibt Diana auch, wie sie sich dabei fühlte. “Du wachst morgens auf und willst gar nicht aufstehen. Du fühlst dich missverstanden und hast das Gefühl, dass du nichts wert bist.”

Ihre Depression sei behandelt worden, sagt Diana, doch sie habe sich permanent unter Druck gesetzt gefühlt, dem Bild der “erfolgreichen Prinzessin von Wales” gerecht zu werden.

Diana ist mir ihrer Offenheit ein Vorbild für viele Frauen

Das, so gesteht sie, habe es noch schwerer gemacht, über ihre wahren Gefühle zu sprechen. Sie habe Angst gehabt, dadurch “instabil” zu erscheinen.

Sie sei die Erste überhaupt in der Königsfamilie, die offen zu einer Depression stehe. “Meine Offenheit hat die anderen erschreckt”, sagt sie. “Verständlich: Wenn du so etwas nie vorher erlebt hast, wie reagierst du dann darauf?”

Diana war eine der ersten prominenten Frauen, die so offen über postnatale Depression und die Auswirkungen auf sie als junge Mutter gesprochen hat.

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Seither gehen immer mehr Frauen diesen mutigen Schritt und machen damit deutlich, dass die Erkrankung kein Tabu ist und ganz bestimmt nicht bedeutet, dass man eine schlechte Mutter ist, die ihr Kind nicht liebt.

Immer mehr prominente Frauen sprechen über postnatale Depression

Die US-Schauspielerin Brooke Shields etwa hat über ihre Erfahrungen mit postnataler Depression ein ganzes Buch geschrieben.

Vergangenen März enthüllte auch US-Model Chrissy Teigen in einem bewegenden Beitrag für das Magazin “Glamour”, dass sie unter postnataler Depression litt.

Sie habe nie geglaubt, dass sie jemals eine Depression bekommen würde, schreibt die Ehefrau von Sänger John Legend. Sie habe immer ein “tolles Leben” geführt und all die Hilfe bekommen, die sie benötigte. Die Diagnose aber habe sie eine wichtige Sache gelehrt: “Postnatale Depression ist kein Grund, diskriminiert zu werden.”

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(ame)

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