Abkürzung durch den Berg - Norwegen bohrt riesigen Tunnel für die Seeschifffahrt

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NORWEGEN
So soll die Zufahrt zum Tunnel aussehen. | Kystverket/ Snøhetta
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Da fährt ein Schiff durch den Berg. Das ist heute noch Utopie, doch in Westnorwegen soll das spätestens 2029 Realität sein.

Der norwegische Transportminister Ketil Solvik-Olsen hat am Mitwoch enthüllt, dass der weltweit erste Meerestunnel "endlich gebaut wird". Der Stad-Tunnel wird sich 1,7 Kilometer durch einen Berg bohren.

Umgehung für gefährliche Passage

Der riesige Aufwand wird betrieben, um Fahrten um die Halbinsel Stad zu umgehen. "Die Regierung gewährleistet damit eine sichere und zuverlässige Passage für die gefährlichsten und harschsten Gewässer an der norwegischen Küste", erklärte Solvik-Olsen.

Bereits die Wikinger sollen Respekt vor den oft heftigen Stürmen und unberechenbaren Wellen in der Region gehabt haben.

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Eine Karte der Region. Der Tunnel ist mit "Stadt skipstunnel" bezeichnet, die rote Linie zeigt die künftige Route für die Schifffahrt.

Das Bauwerk, gut 200 Kilometer nördlich von Bergen, soll fast 50 Meter hoch und 36 Meter breit werden - sodass auch große Passagierschiffe den Tunnel durchfahren können.

Bei zu schlechten Bedingungen müssen Schiffe bislang ihre Touren sogar unterbrechen, um auf besseres Wetter zu warten.

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Zwar gibt es bereits jetzt Tunnel für Schiffe, wie beim Canal du Midi in Frankreich. Allerdings wird der Stad-Tunnel der erste, durch den große Frachter und Passagierschiffe bis zu einer Größe von 16.000 Tonnen fahren können.

Das Projekt soll 295 Millionen Euro kosten, die Bauzeit drei bis vier Jahre betragen. Die Arbeiten sollen schon in den kommenden Jahren beginnen.

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(ujo)

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