Macron attackiert Le Pen: "Sie erzählen die gleichen Lügen wie Ihr Vater"

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  • Knapp drei Wochen vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl stellten sich alle elf Kandidaten einer TV-Debatte
  • Dabei griff der unabhängige Macron Konkurrentin Le Pen vom rechtsextremen Front National scharf an

Der Wahlkampf in Frankreich wird zunehmend aggressiver. Das zeigte sich bei einer TV-Diskussion bei den Sendern BFMTV und CNews am Dienstagabend, bei dem erstmals alle elf Präsidentschaftskandidaten aufeinander trafen.

Die Fronten prallten beim Thema Europa aufeinander. Denn die Wahl am 23. April ist auch eine Abstimmung dafür und dagegen.

Gemäßigte Anwärter wie Politjungstar Emmanuel Macron wehren sich vehement gegen einen Euroaustritt ihres Landes.

"Sie erzählen die gleichen Lügen wie Ihr Vater"

"Europa erlaubt Schutz", erklärte der unabhängige Kandidat in Richtung Marine Le Pen, Präsidentschaftsanwärterin des rechtsextremen Front National.

Wenn man wie ein 50 Jahre alte Fossil spreche, solle man nicht vorgeben, ein Erneuerer zu sein, warf Le Pen ihrem Herausforderer entgegen. Macron hatte ihr vorgeworfen, mit ihrem Nationalismus Krieg heraufzubeschwören.

Le Pen rollte die Augen und stieß ein ernstes "Oh, lo lo" heraus. Doch der linksliberale Kandidat ließ nicht locker und setzte nach: "Sie erzählt immer noch die gleichen Lügen, die vor 40 Jahren aus dem Mund ihres Vaters kamen."

Weder Macron noch Le Pen konnten überzeugen

Jean-Marie Le Pen führte den Front National bis 2011, als er die Macht in der Partei an seine Tochter übergab. Er wurde mehrmals wegen seiner Hassreden und der Leugnung des Holocausts verurteilt.

Die als eine mögliche Siegerin der ersten Wahlrunde gehandelte Le Pen will ihre Landsleute über den Austritt aus der EU abstimmen lassen. Zusammen mit Macron führt sie die Umfragen für den ersten Wahlgang an.

Beide Politiker kamen jedoch nicht am überzeugendsten in der riesigen TV-Debatte rüber. Nach einer Blitzumfrage hielten 25 Prozent der befragten Zuschauer Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon für den überzeugendsten Kandidaten, vor Macron (21 Prozent) und dem Konservativen François Fillon (15 Prozent).

Die fünf aussichtsreichsten Kandidaten hatten bereits vor rund zwei Wochen im Fernsehen debattiert.

Mehr zum Thema: Kampf um die Zukunft Europas - die 8 wichtigsten Fakten zum Wahlkampf in Frankreich

(Mit Material der dpa)

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