So will Justizminister Maas in Zukunft gegen Kinderehen vorgehen

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HEIKO MAAS
Maas will gegen Kinderehen gesetzlich vorgehen. | dpa
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  • Heiko Maas will gegen Kinderehen vorgehen
  • Insbesondere aus dem Ausland kämen verheiratete Kinder nach Deutschland
  • Heiraten von Minderjährigen sollen aufgehoben werden

Bundesjustizminister Heiko Maas will Eheschließungen von unter 18-Jährigen verbieten. "Heiraten darf erst, wer 18 Jahre ist", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Das Bundeskabinett will sich an diesem Mittwoch mit einem Gesetzentwurf aus seinem Ressort zur Bekämpfung von Kinderehen befassen.

Zwar sind in Deutschland Ehen derzeit grundsätzlich erst mit der Volljährigkeit erlaubt - in Ausnahmefällen aber schon mit 16 Jahren. "Kinder gehören nicht vor das Standesamt und auch nicht an den Traualtar", so Maas.

Verheiratete Kinder fliehen nach Deutschland

Eine Verschärfung der Rechtslage hält der Minister insbesondere mit Blick auf im Ausland geschlossene Ehen für erforderlich. Es seien vermehrt Minderjährige nach Deutschland geflüchtet, die bereits verheiratet seien, darunter auch unter 16-Jährige.

"Wir dürfen keine Ehen dulden, die Minderjährige in ihrer Entwicklung beschädigen."

Der Entwurf sieht vor, dass alle Ehen von Personen unter 16 Jahren grundsätzlich nichtig sein sollen. Wenn ein Gatte zum Zeitpunkt der Eheschließung zwischen 16 und 18 Jahren alt war, sollen Gerichte die Ehe aufheben.

Nur wenige Ausnahmen

Nur in besonderen Härtefällen, etwa bei einer schweren und lebensbedrohlichen Erkrankung, könne davon abgesehen werden - und auch dann, wenn der minderjährige Gatte zwischenzeitlich volljährig geworden ist und die Ehe bestätigt. Die Regelungen gelten auch für im Ausland geschlossene Ehen.

Dem Ausländerzentralregister zufolge waren Ende Juli 2016 knapp 1500 in Deutschland lebende ausländische minderjährige
Personen als verheiratet registriert. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor.