Trotz Verschärfung des Asylrechts: Fast 268.000 Syrier dürfen ihre Familie nach Deutschland holen

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SYRIA REFUGEE
Trotz Verschärfung des Asyl-Rechts: Fast 268.000 Syrier dürfen ihre Familie nach Deutschland holen | Khalil Ashawi / Reuters
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  • 268.000 Syrer in Deutschland dürfen ihre Familienmitglieder ins Land holen
  • Das sind weit weniger, als die Bundesregierung noch vor zwei Jahren annahm

Knapp 268.000 syrische Flüchtlinge in Deutschland haben nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung derzeit einen Anspruch auf Familiennachzug. Zu diesem Schluss komme ein internes Papier der Bundesregierung, das die Folgen des Flüchtlingszuzugs evaluiere, schreibt die Zeitung.

Für die genannte Zahl von Asylbewerbern finde die Aussetzung des Familiennachzugs für zwei Jahre nach dem Aufenthaltsgesetz keine Anwendung. Sie dürften also ihre Angehörigen nach Deutschland holen.

Verschärfung des Asylrechts schränkte Familiennachzug ein

Die Bundesregierung hatte auf die höhere Zahl von Zuwanderern nach Deutschland mit Verschärfungen des Asylrechts reagiert. Eine der Maßnahmen: Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz durften für zwei Jahre ihre Familienmitglieder nicht ins Land holen.

Subsidären Schutz erhalten Geflüchtete, die keinen Anspruch auf die Anerkennung ihres Flüchtlingsstatus haben.

Ende 2015 hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMG) noch erwartet, dass bis zu einer halben Million syrische Flüchtlinge ihre Familienmitglieder nach Deutschland holen würden.

Das Recht auf Familiennachzug ergibt sich aus dem deutschen Grundgesetz. Es regelt in Artikel 6 den Schutz der Ehe und der Familie. Wie viele Menschen dadurch zusätzlich nach Deutschland kommen werden, lässt sich schwer abschätzen. Das BAMF rechnet mit 0,9 bis 1,2 Angehörigen pro Flüchtling.

Im vergangenen Jahr erhielten zwischen Januar und September 2016 allerdings nur rund 40.000 Angehörige anerkannter syrischer Flüchtlinge ein Visum für den Familiennachzug.

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(bp)

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