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05/04/2017 07:30 CEST | Aktualisiert 05/04/2017 08:02 CEST

Brisanter EU-Bericht zeigt, warum die Ungleichheit in Deutschland zunimmt

coldsnowstorm via Getty Images
Die Eu-Kommission bemängelt, Deutschland unternehme zu wenig gegen Armut.

  • Die EU-Kommission wirft Deutschland vor, zu wenig gegen Ungleichheit zu tun

  • Trotz positiven Trends am Arbeitsmarkt gäbe es Armut

  • Die Ursachen lägen in Änderungen des Steuersystems

Deutschland gilt weltweit als von Wohlstand gesegnet. Doch können alle gleichermaßen an diesem Wohlstand teilhaben? Geht es nach einem neuen Bericht der EU-Kommission, sieht es für viele Deutsche schlecht aus.

Denn viele Menschen in Deutschland hätten nicht vom Wirtschaftsaufschwung der letzten Jahre profitiert, zitiert die Frankfurter Rundschau"den EU-Bericht.

"Die insgesamt günstige Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung der letzten Jahre ist nicht in allen Teilen der Gesellschaft gleichermaßen angekommen“, bemängeln die Kommissionsexperten in ihrem Bericht.

Wachsende Einkommensunterschiede

Die Unterschiede bei den Einkommen hätten sich "eine geraume Zeit lang“ ausgeweitet. Erst seit kurzem würden sich diese wieder abschwächen.

Zwar gäbe es klar einen positiven Trend am Arbeitsmarkt, berichtet die Frankfurter Rundschau. Doch habe dieser das Armutsrisiko nicht verringert.

Als Ursache für die Ungleichheit in Deutschland sieht die EU-Kommission laut Frankfurter Rundschau verschiedene Änderungen im deutschen Steuersystem. Die Abschaffung der Vermögenssteuer im Jahr 1997 sowie die Reduzierung des Spitzentarifs in der Einkommenssteuer im Jahr 2004 werden etwa als Beispiele genannt.

Doch es gibt auch Lichtblicke im rund 80 Seiten langen Papier der EU-Kommission. So sei es Deutschland gelungen, mehr Frauen und Männer Arbeit zu verschaffen und die Zahl der jungen Menschen mit frühem Schulabgang zu senken.

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(bp)