Deshalb lohnt sich der Film "Es war einmal in Deutschland..."

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KINOFILM ES WAR EINMAL IN DEUTSCHLAND
Der jüdische KZ-Überlebende David Bermann träumt von der Auswanderung in die USA. Seine Mittel zur Geldbeschaffung sind jedoch nicht ganz koscher. “Es war einmal in Deutschland…” ist der Kinofilm der Woche | SAMSA FILM IGC Films
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  • Der Kinofilm der Woche am 06. April

Jede Woche kommen neue Filme ins Kino - doch welche sollte man auf keinen Fall verpassen? isnotTV, Partner von Huffington Post stellt euch hier jede Woche den Kinofilm der Woche vor. Wir haben für euch den absoluter Hingucker, den ihr nicht versäumen solltet. Eure Meinung könnt ihr außerdem mit Fans weltweit austauschen.

Das deutsche Kino-Highlight am Donnerstag, den 06. April:

Regisseur Sam Garbarski präsentiert einen kaum angetasteten Bereich deutscher Geschichte: David Bermann ( Moritz Bleibtreu) und seine Freunde, allesamt jüdische Überlebende der NS-Zeit, schlagen sich im Nachkriegsdeutschland mit viel Witz und Tücke durch. Doch die Aufklärungs-Polizei der Amerikaner ist ihnen auf den Fersen.

Es war einmal in Deutschland…

Die Überlebenden des Holocaust befinden sich nach Ende des Krieges größtenteils in amerikanischen Transitlagern. Unter ihnen ist auch David Bermann, der möglichst schnell in die USA auswandern möchte. Um das nötige Geld dafür aufzutreiben, lässt er den Wäschehandel seiner im KZ verstorbenen Eltern wieder aufleben. Zusammen mit 5 weiteren jüdischen Überlebenden zieht er von Haus zu Haus und verschafft sich mit aberwitzigen Tricks Zutritt bei den Deutschen.

Mit seinem Wäschehandel knüpft Bermann an die Tradition der sogenannten Teilacher an - Handelsreisende, die durch dreiste Tricks Waren an deutsche Hausfrauen verkaufen. Gerade in der Nachkriegszeit boomt das neue Wäsche-Geschäft aufgrund der Schuldgefühle vieler Deutscher.

Doch der anfängliche Geldregen wird überschattet, als sich die amerikanische Offizierin Sarah Simon ( Antje Traue) einschaltet. Sie arbeitet an der Aufklärung von Kriegsverbrechen und hat ein besonderes Interesse an Bermanns Vergangenheit. Hat er im Konzentrationslager mit den Nazis kooperiert?

Großer Erfolg auf der Berlinale - Mut zum Humor

Auf der diesjährigen Berlinale wurde “ Es war einmal in Deutschland…” bereits von begeisterten Besuchern bejubelt. Der Stoff stammt aus den Romanen "Die Teilacher" und "Machloikes" von Autor Michel Bergmann, der auch das Drehbuch zum Film geschrieben hat. Der mal lakonische, mal ironische Ton der Vorlage ist so auch in die Verfilmung mit eingeflossen.

Regisseur Sam Garbarski (" Irina Palm") erhielt bereits auf der Berlinale sehr viel Lob für einen Film, der einen noch recht unberührten Teil deutscher Nachkriegsgeschichte zeigt. Statt Führerbunker oder Stasi-Überwachung geht es hier um die Folgen für die Überlebenden des Holocaust.

Auch existentielle Fragen, beispielsweise ob man dem Land, das einmal die Heimat war, wirklich so schnell wie möglich den Rücken kehren sollte, werden angesprochen. Bleibtreus Rolle wirft zusätzlich noch die Frage der Mitschuld mancher Juden auf. Ein sehr heikles Thema.

Der Schlüssel zum Erfolg einer so problematischen geschichtlichen Vorlage ist Humor, sei er auch noch so schwarz. Schon deshalb sollten Kino-Liebhaber “ Es war einmal in Deutschland…” auf keinen Fall verpassen.

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(silo)

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