Trumps geheime Todesliste: Journalisten erheben schwere Vorwürfe gegen US-Präsident

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Trumps geheime Todesliste: Journalisten erheben schwere Vorwürfe gegen US-Präsident | Carlos Barria / Reuters
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  • Zwei Reporter haben Klage gegen die US-Regierung eingereicht
  • Sie wollen erfahren, ob sie auf einer Abschussliste des Militärs stehen
  • Beide sind nur knapp mehreren Drohnenangriffen entkommen

Stehen Journalisten auf der geheimen Todesliste von US-Präsident Donald Trump? Genau das behaupten nun zwei renommierte Reporter, die nach eigenen Angaben nur mit Glück mehreren US-Drohnenangriffen entkommen seien.

Ahmad Zaidan, ehemaliger Büroleiter des Senders Al-Jazeera im pakistanischen Islamabad und der syrisch-amerikanische Reporter Bilal Abdul Kareem haben Klage gegen Trump eingereicht. Vor Gericht wollen sie jetzt erfahren, ob sie tatsächlich auf einer Abschussliste stehen, berichtet das US-Magazin "Politico“.

Die beiden glauben, sie seien bereits unter der Regierung Barack Obamas ins Visier des amerikanischen Militärs geraten. Trump habe die Anordnung, die beiden zu töten, nicht widerrufen.

Reporter wurde Nähe zu Al-Kaida vorgeworfen

Die Klage wurde von der Menschenrechtsorganisation Reprieve am Bundesbezirksgericht in Washington eingereicht. In ihrem Schreiben betonen die Journalisten, nicht Mitglied der Terrororganisation Al-Kaida oder der Taliban zu sein.

Besonders Zaidan war in Vergangenheit in Verdacht geraten, weil er mehrere Interviews mit dem inzwischen getöteten Al-Kaida-Chef Osama bin Laden geführt hatte. Im Mai 2015 nahm der Al-Jazeera-Reporter in einer Kolumne Stellung zu den Anschuldigungen. Diese seien eine Bedrohung für den Journalismus als Ganzes.

Das Urteil ist nicht nur für die beiden Reporter von großer Bedeutung. Es könnte weitreichenden Einfluss auf die Zukunft von Drohnenkriegen haben, die bislang keiner angemessenen Regulierung unterliegen.

Bekommen die Kläger recht, könnte das ein für alle mal klären, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um auf die streng geheime US-Abschussliste gesetzt zu werden.

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(bp)

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