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Weltweit arbeiten Forscher an der Abschaffung des Smartphones - was danach kommen könnte, ist ziemlich verrückt

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Überall auf der Welt arbeiten Forscher an der Abschaffung des Smartphones - was dann kommen könnte, ist ziemlich verrückt | real444 via Getty Images
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Das Smartphone - unser Freund und Helfer. Für viele ist das mobile, internetfähige Telefon mittlerweile wichtiger als der beste Freund. Für alle, denen ihr Smartphone mittlerweile sehr ans Herz gewachsen ist, gibt es eine schlechte Nachricht: Schon in ein paar Jahren könnte es Geschichte sein.

Digitale Sprachassistenten, Augmented-Reality-Brillen, Smartwatches oder gar Implantate, die uns langsam zu Mischwesen aus Mensch und Maschine machen - an der schönen neuen Post-Smartphone-Welt arbeiten Entwickler und Forscher auf der ganzen Welt.

Aber wie könnte es künftig aussehen, das Leben ohne Smartphone?

Was jetzt schon passiert?

Jeder, der einen Echo-Lautsprecher von Amazon hat, bemerkt schon jetzt: Alexa, Amazons digitale Assistentin, übernimmt typische Smartphone-Funktionen. Sie sagt die Uhrzeit an, gibt einen Wetterbericht wieder, spielt Musik ab, bestellt Waren oder findet Ergebnisse in Suchmaschinen.

Alexa ist natürlich nicht der einzige Assistent. Daneben gibt es noch Apples Siri, Microsofts Cortana, Google Now, Samsungs Bixby.

Mehr zum Thema: Wir testen Amazons sprechende Assistentin "Alexa"

Die digitalen Helferlein stecken noch in den Kinderschuhen, was die Anwendungsmöglichkeiten betrifft. Aber die Tech-Giganten tüfteln kontinuierlich daran, dass sie besser werden. Und erfinden so ein komplett neues digitales Interface.

Und so wird es auch immer normaler, mit Computern zu sprechen - und ihnen zuzuhören. Stück für Stück werden immer mehr menschliche Sinne in die Kommunikation mit Maschinen eingebunden.

Was passiert in den nächsten Jahren?

Schon 2015 war sich die Analystin Annette Zimmermann der IT-Beratungsfirma Gartner sicher, dass Smartphones immer mehr von neuen Geräten verdrängt werden. Laut der Expertin werden schon 2025 viele Menschen zu Datenbrillen greifen. “Die Brille wird zum Handy”, glaubt Zimmermann. Denn es werden in den nächsten Jahren immer mehr attraktive Formate auf den Markt kommen.

Die Augmented-Reality-Brille ist tatsächlich in aller Munde. Microsoft, Facebook, Google und Apple arbeiten momentan an solchen Geräten. Die Brillen sollen 3D-Bilder direkt in unsere Augen projizieren können.

Das neue iPhone könnte der Augmented Reality (AR), also der Vermischung von Realität und virtuellen Elementen, zum endgültigen Durchbruch verhelfen. Denn laut Experten werden AR-Anwendungen ein wesentlicher Bestandteil des neuesten Modells. Es soll voraussichtlich im Herbst vorgestellt werden.

Laut Apple-Chef Tim Cook könne die AR-Technologie die Welt genauso revolutionieren, wie es das erste Smartphone getan hat. Im neuen iPhone-Modell wäre sie natürlich immer noch an das Smartphone gebunden.

Mehr zum Thema: Wieso das neue iPhone die Welt genauso revolutionieren könnte wie das erste iPhone

Doch ist Augmented Reality erstmal angekommen in unserem Leben, hätten es andere AR-Geräte weitaus leichter am Markt. Langfristig wird das eben auf Brillen hinauslaufen. Und die können, laut Alex Kippmann, Chefentwickler von Microsofts AR-Brille HoloLens, alle Geräte mit einem Bildschirm oder Display überflüssig machen. Also Smartphones und auch Fernseher. Das sagte er in einem Interview mit dem US-Portal “Business Insider”.

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Aber: Für all diese technologischen Entwicklungen ist das Smartphone noch der Träger. Und selbst wenn wir alle in zehn Jahren mit Datenbrillen herumlaufen, was schon allein aus Gründen der Eitelkeit wenig wahrscheinlich scheint - wir wären immer noch auf ein Gerät angewiesen, das uns unterstützt. Ob die Datenbrille oder das Smartphone.

Und kann sich wirklich jemand vorstellen, dass wir in Zukunft alle Nachrichten per Spracheingabe schicken anstatt sie zu tippen? In der Bahn, auf der Straße, im Job?

Was passiert in den nächsten Jahrzehnten?

Natürlich gibt es aber noch Ideen, die viel weiter gehen.

Elon Musk, Tesla-Gründer, Tech-Visionär und Silicon-Valley-Milliardär, arbeitet, wie Ende März bekannt wurde, mit dem Startup Neurolink daran, Menschen mit Computern zu verbinden. Schon mehrfach betonte Musk, dass Maschinen klüger als Menschen werden - und eines Tages die Macht übernehmen könnten.

Musk zufolge müssen Menschen schon jetzt einen Weg finden, das zu verhindern. Und der ist seiner Meinung nach die Entwicklung von künstlichem Nervengewebe, das ins menschliche Gehirn verpflanzt wird. Das soll dann “symbiotisch” mit dem Gehirn zusammenarbeiten. Die Verbindung von künstlicher und menschlicher Intelligenz ist für Musk der einzige Ausweg vor der Herrschaft der Maschinen.

Solche Cyborg-Vorstellungen scheinen noch weit weg und klingen wie Zukunftsmusik. Doch im Kleinen sind Mensch und Maschine schon jetzt miteinander verschmolzen.

Ein schwedischer Startup-Verbund hat schon 2015 damit begonnen, Mitarbeitern einen Reiskorn-großen Chip unter die Haut zu implantieren. Mit dem können sie Türen öffnen, Kaffee oder Smoothies bezahlen oder den Drucker bedienen. Alles ohne Karten oder Schlüssel. Nur mit einer Wisch-Bewegung der Hand.

Aktuell haben schon 150 Mitarbeiter so einen Chip unter der Haut. Das Startup veranstaltet mittlerweile sogar Parties, auf denen die Chips allen interessierten Mitarbeitern eingesetzt werden.

Wenn Mensch und Maschine eins werden, brauchen wir keine Smartphones mehr. Keine Bildschirme, auf denen wir Nachrichten tippen oder Fotos speichern, sind mehr notwendig.

Die Nachrichten gehen dann direkt über das Netz an den Empfänger, wir fotografieren mit in uns eingebauten Fotoapparaten - das war es dann wohl, mit den freien Gedanken.

Was klingt wie Science-Fiction, ist gar nicht so weit entfernt. Sind die Tage des Smartphones also bald gezählt?

Irgendwann wird es, wie das Fax, der Pager, das Festnetztelefon, die CD oder die Diskette sicherlich abgelöst werden von etwas Neuem. Diese Erfahrung lehrt uns die Tech-Geschichte.

Dass wir in den nächsten Jahren schon bald ein neues Gerät in der Hand oder im Kopf haben und das Smartphone komplett verschwunden ist - noch ist das Science-Fiction.

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(ll)