Daimler und Bosch wollen den Straßenverkehr mit Robotertaxis revolutionieren

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Daimler und Bosch wollen den Straßenverkehr mit Robotertaxis revolutionieren | Daimler AG
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  • Die Unternehmen Daimler und Bosch wollen schon in wenigen Jahren einen Service mit selbstfahrenden Autos an den Start bringen
  • Nutzer sollen per Smartphone-App ein Robotertaxis ordern können, das dann selbstständig zu ihnen kommt

Der städtische Autoverkehr - ganz ohne Fahrer. Der deutsche Autobauer Daimler und der Zulieferer Bosch wollen diese Idee schon in fünf Jahren verwirklicht haben.

Beide Unternehmen arbeiten zusammen an einem "serienreifen System für fahrerlose Autos" für den öffentlichen Straßenverkehr, wie die Unternehmen am Dienstag mitteilten.

Was Daimler und Bosch vorschwebt, ist ein System von vollautomatisierten Robotertaxis. Die Nutzer sollen per Smartphone-App ein Auto auswählen können, das daraufhin selbstständig zu ihnen kommt.

Auch im Auto selbst müssen die Fahrer nicht aktiv werden. Das Auto kann sie selbstständig ans Ziel bringen.

Die Technologie soll die Sicherheit auf den Straßen erhöhen, den Verkehrsfluss verbessern und die Attraktivität von Car-Sharing erhöhen. Denn der geplante Dienst könnte viel praktischer sein als bestehende Car-Sharing-Angebote. Noch müssen Fahrer oder Mitfahrer selbstständig zum Fahrzeug kommen, das sie sich dann mit anderen teilen.

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Quelle: Daimler AG

Autonomes Fahren könnte Unfälle drastisch reduzieren

Vor allem die erhöhte Sicherheit könnte Argumente dafür liefern, ein System, wie von Daimler und Bosch geplant, einzuführen. Laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey & Company von 2015 könnten autonome Fahrdienste Unfälle auf den Straßen um 90 Prozent reduzieren.

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Bisher hatten Daimler und Bosch angekündigt, Wagen ohne Fahrer am Lenker erst bis zum Jahr 2030 entwicklen zu können. Der aktuellen Meldung nach soll das aber sehr viel schneller gelingen.

Schon Anfang der kommenden Dekade soll das vollautomatisierte und fahrerlose Fahren zur Einführung bereitstehen. Bis zum Jahr 2020 soll es die ersten Prototypen geben, bis 2025 sollen die entsprechenden Geschäftsmodelle realisiert werden, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Auch BMW entwickelt selbstfahrende Autos

Dazu arbeiten die beiden Unternehmen derzeit an der nötigen Software und Algorithmen. Der Daimler-Konkurrent BMW hatte im vergangenen Jahr angekündigt, bereits ab 2017 selbstfahrende Autos in München auf Testfahrt schicken zu wollen.

Eine gesetzliche Hürde gibt es allerdings noch. Der Bundestag hat im März 2017 ein Gesetz beschlossen, das den Einsatz von hoch- und vollautomatisierten Fahrzeugen erlaubt. Vollständig autonomes Fahren ist darin aber noch nicht erfasst.

Vor der Verabschiedung eines neuen Gesetzes müssen die Autohersteller zunächst zeigen, dass ihre Systeme funktionieren und sicher sind.

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(lp)