Terroranschlag in St. Petersburg: Ermittler fahnden nach 22-jährigem Islamisten

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ST PETERSBURG
Terroranschlag in St. Petersburg: Ermittler fahnden nach Verdächtigen | dpa
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  • Bei einer Explosion in einer U-Bahn in St. Petersburg sind elf Menschen Menschen getötet worden, etwa 50 weitere wurden verletzt
  • Die Ermittler gehen von einem Terroranschlag aus und fahnden nach zwei Verdächtigen

Nach der Explosion in einer U-Bahn in St. Petersburg läuft die Suche nach den Tätern inzwischen auf Hochtouren. Das staatliche Ermittlungskomitee geht inzwischen von einem Terroranschlag aus.

Medienberichten zufolge fahnden die Behörden nach zwei Verdächtigen. Bei einem der Täter soll es sich um einen Mann aus Zentralasien handeln. Nach bisherigen Kenntnisstand soll der Mann 22 Jahre alt sein und radikal-islamistische Verbindungen haben.

"Es gibt eine Version, nach der die Bombe von einem Selbstmordattentäter getragen wurde", sagte eine Quelle innerhalb der Sicherheitsbehörden der Agentur Interfax. Zunächst hatte es geheißen, dass der Anschlag nicht von einem Selbstmordattentäter verübt worden sei.

Bei dem Terroranschlag in der russischen Millionenmetropole sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Etwa 50 weitere wurden verletzt, zahlreiche von ihnen schwer, wie die Behörden am Montag mitteilten.

Ein Sprengsatz explodierte am Nachmittag in einer fahrenden U-Bahn, tief unter dem Zentrum der Fünf-Millionen-Einwohner-Stadt. Die Ermittler gehen von einem Terroranschlag aus.

Bombe soll in einer Aktentasche versteckt gewesen sein

Einer von ihnen soll die Bombe in einer Aktentasche unter einem Sitz in der U-Bahn platziert haben. Das berichtet die Agentur Interfax unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Der andere soll eine Bombe an der Metro-Station Ploschtschad Wosstanija (Platz des Aufstands) deponiert haben. Der zweite Sprengstoff wurde von Sicherheitskräften entdeckt und konnte rechtzeitig unschädlich gemacht werden.

Behördenquellen schätzten die Sprengkraft der Bombe auf 200 bis 300 Gramm TNT. Der Sprengsatz sei mit Metallteilen versehen gewesen, um die tödliche Wirkung zu verstärken.

Auch Putin war in St. Petersburg

Die Behörden verstärkten die Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt Moskau und in St. Petersburg. Es gab Berichte über verdächtige Gegenstände in einer Straßenbahn und in einem Restaurant. Beides stellte sich als harmlos heraus.

Kremlchef Wladimir Putin sprach den Familien sein Beileid aus. Die Sicherheitsbehörden würden die Explosion aufklären, versprach er. Putin hatte sich zum Zeitpunkt der Explosion in einem Vorort St. Petersburgs aufgehalten.

Mehr zum Thema: Der Terroranschlag von Sankt Petersburg nützt Putin - das nährt einen bösen Verdacht

US-Präsident Donald Trump hat Russland volle Unterstützung bei der Jagd nach den Tätern angeboten. In einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin habe er die Attacke verurteilt, teilte das Weiße Haus am Montag mit. Trump und Putin seien sich einig gewesen, dass Terrorismus entschieden und schnell zerschlagen werden müsse. Trump habe den Opfern und ihren Angehörigen sowie dem russischen Volk sein tiefstes Beileid ausgesprochen.

Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres drückte den betroffenen Familien sein tiefes Mitgefühl aus. "Die Verantwortlichen dieser schrecklichen Tat müssen zur Rechenschaft gezogen werden", teilte sein Sprecher mit.

Europas Politiker sind erschüttert

Der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Steffen Seibert, schrieb auf Twitter: "Das sind furchtbare Nachrichten aus St. Petersburg: Unser Mitgefühl gilt allen Betroffenen und ihren Familien."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärte in Berlin: "Mit Entsetzen und Trauer verfolge ich die Nachrichten aus St. Petersburg, wo ein zur Explosion gebrachter Sprengsatz zahlreiche Tote gefordert hat."

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zeigte sich "schockiert und betrübt" über den Anschlag und betonte: "Nichts kann solche barbarischen Handlungen rechtfertigen." US-Präsident Donald Trump nannte den Anschlag eine "absolut schreckliche Sache".

Erster Anschlag mit Toten in der russischen Metropole

Der Fußball-Weltverband FIFA regierte betroffen. Die Explosion sei "schockierend und traurig", hieß es in einer Stellungnahme des Verbandes am Montag. St. Petersburg ist als wichtiger Spielort für die Fußball-WM 2018 und den Confederations Cup in diesem Sommer vorgesehen.

In der Vergangenheit hatte es mehrere Anschläge auf die U-Bahn in der russischen Hauptstadt Moskau mit zahlreichen Toten gegeben. Die meisten davon wurden in Verbindung mit islamistischen Terroristen aus Tschetschenien gebracht.

Es ist nun der erste Anschlag mit Toten in St. Petersburg.

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(sk)

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