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03/04/2017 12:56 CEST | Aktualisiert 03/04/2017 13:46 CEST

Nach Kritik an Rechtspopulisten: AfD-Spitzenmann giftet gegen Fußballer Lahm

Getty / Reuters
Nach Kritik an Rechtspopulisten: AfD-Spitzenmann giftet gegen Fußballer Lahm

  • AfD-Politiker Georg Pazderski greift im “Bild”-Interview den Fußballer Philipp Lahm an

  • Philipp Lahm hatte am Wochenende vor einem Rechtsruck in Deutschland gewarnt

AfD-Politiker Georg Pazderski ist wütend. Wütend auf den Fußballer und Ex-Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm. Lahm hatte sich am Wochenende in der "Welt am Sonntag" klar gegen rechten Populismus angesprochen.

Pazderski antwortete im "Bild"-Interview ungehalten: "Philipp Lahm soll sich um seinen Fußball kümmern und nach Möglichkeit die Politik anderen überlassen.”

Natürlich könne er sich äußern, sagte der Berliner Abgeordnete. "Das sag ich ja nicht. Aber selbst Politik machen und Äußerungen machen sind zwei große Unterschiede", polterte Pazderski. Der AfD-Mann sagte: "Ich würde mir wünschen, dass er selbst in die Politik geht und dort seine Vorstellungen verwirklicht. So wie ich das auch mache.“

"Lahm soll sich um seinen Fußball kümmern"

Lahm hatte am Wochenende in einem Gespräch mit der Zeitung “Welt am Sonntag” den allgemeinen Rechtsruck in Deutschland kritisiert.

Lahm sagte: "Ich denke: dass Deutschland nicht rechts werden darf. Dass nicht die Falschen, die Populisten, mehr Macht bekommen dürfen. Wir alle haben Jahre dafür gearbeitet, dass Deutschland ein weltoffenes Land geworden ist”.

Die Kritik hallt nach. Während die AfD sich beleidigt zeigt, äußerte sich SPD-Politiker Lars Klingbeil angetan von der klaren Kante des Fußballers.

AfD-Politiker wird scharf kritisiert

Auch der Vize-Präsident des Europaparlamentes, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), unterstützt Lahm gegen den AfD-Politiker.

"Ich finde es gut, wenn sich Sportler politisch äußern. Ich finde die Äußerung von Herrn Pazderski eine absolute Unverschämtheit – Herr Lahm ist ein Bürger in unserem Land, er kann sich genauso äußern wie jeder andere auch“, sagte Lambsdorff gegenüber der “Bild”.

Pazderski zeigte sich im Live-Talk indes unbeeindruckt – und schickte eine Kampfansage an die politische Konkurrenz: “Die AfD wird zweistellig in den deutschen Bundestag einziehen.”

Mehr zum Thema: Das Ende der Populisten: Warum den rechten und linken Panikmachern die Luft ausgeht

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(lp)

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