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Zentralrat der Juden schlägt nach antisemitischen Vorfällen in Berlin Alarm

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JOSEF SCHUSTER
Zentralratspräsident Josef Schuster: "Hier geht es um Antisemitismus übelster Art." | Michael Gottschalk via Getty Images
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  • Zentralrat der Juden verlangt Aufklärung von antisemitischen Vorfällen an einer Berliner Schule
  • Die muslimische Gemeinschaft müsse gegen Antisemitismus vorgehen
  • In einigen deutschen Moscheen werde Judenfeindlichkeit und Israelfeindlichkeit unterstützt

Im Fall eines 14-jährigen jüdischen Jungen, der an einer Berliner Schule antisemitisch beleidigt und angegriffen wurde, verlangt der Zentralrat der Juden Aufklärung. "Wenn die Berichte stimmen, ist das ein erschütternder Vorgang", sagte Zentralratspräsident Josef Schuster dem Berliner "Tagesspiegel". "Hier geht es um Antisemitismus übelster Art."

Schuster forderte die Schulverwaltung auf, das Verhalten der Schulleitung genau zu untersuchen und Versäumnisse klar zu benennen. Die Eltern des Betroffenen werfen der Schulleitung vor, zu spät auf die Beleidigungen und Angriffe türkisch- und arabischstämmiger Schüler reagiert zu haben.

Schuster appellierte an die muslimische Gemeinschaft, "den antisemitischen Tendenzen in ihren Reihen mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten". Es könne nicht angehen, "dass in einem Teil der Moscheen in Deutschland Judenfeindlichkeit und Israelfeindlichkeit aktiv Vorschub geleistet wird".

Ehemalige Präsidentin ist entsetzt

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrates der Juden, Charlotte Knobloch, äußerte sich entsetzt. Der "Heilbronner Stimme" sagte sie: "Das ist kein Einzelfall. Immer wieder und immer öfter werden jüdische Schüler angefeindet, ausgegrenzt oder sogar körperlich angegriffen - weil sie Juden sind." Das Wort "Jude" sei längst wieder ein Schimpfwort auf den Schulhöfen.

Knobloch fügte hinzu, es dürfe nicht sein, "dass jüdische Menschen sich nicht mehr trauen, ihre Religion anzugeben oder diese offen zu zeigen. Leider ist dies schon vielfach bittere Realität - im Deutschland des 21. Jahrhunderts".

Die Mutter des Berliner Jungen hatte der englischsprachigen Zeitung "The Jewish Chronicle" von Beleidigungen und Angriffen erzählt. Einer der anderen Schüler soll gesagt haben: "Du bist eigentlich ein cooler Typ, aber ich kann nicht mit dir befreundet sein". Und: "Juden sind alle Mörder."

Mittlerweile hat der 14-Jährige Sohn die Friedenauer Gemeinschaftsschule verlassen. Die Schulleitung hat nach eigenen Angaben Strafanzeige erstattet und auch disziplinarische Konsequenzen angekündigt. Zwei Schüler, die den 14-jährigen angriffen, sollen von der Schule verwiesen werden.

Immer wieder werden Vorfälle bekannt, bei denen Juden in Berlin antisemitisch belästigt, beleidigt und mitunter sogar angegriffen werden. Neben Rechtsextremen und Neonazis sind oft arabisch- und türkischstämmige Jugendliche und Männer die Täter.