Brexit-Streit um Gibraltar: Britischer Ex-Offizier droht, Spanien zu "verkrüppeln"

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MAY RAJOY
Brexit-Streit um Gibraltar: Britischer Ex-Offizier droht, Spanien zu "verkrüppeln" | Juan Medina / Reuters
Drucken
  • Der Streit zwischen Großbritannien und Spanien um Gibraltar nimmt an Schärfe zu
  • Ehemalige britische Größen aus Politik und Militär brachten nun sogar eine militärische Lösung ins Spiel

Neuer Ärger beim EU-Austritt Großbritanniens: Bei den Brexit-Verhandlungen soll die spanische Regierung ein Vetorecht bei Entscheidungen über Gibraltar bekommen. Dies geht aus einem Entwurf für die Verhandlungsleitlinien hervor, der am Samstag auf heftige Kritik in Großbritannien und seinem Überseegebiet stieß.

Der britische "Telegraph" zitiert nun den ehemaligen britischen Navy-Offizier Chris Parry. Er spricht bereits jetzt von einem Krieg und glaubt: "Wir könnten Spanien verkrüppeln auf längere Sicht und die Amerikaner würden uns wahrscheinlich unterstützen."

Spanien solle aus der Geschichte lernen, dass es sich nie lohne, sich mit Großbritannien anzulegen.

Auch der frühere Vorsitzende der britischen Konservativen, Lord Howard, zeigte sich am Sonntag fest davon überzeugt, dass Premierministerin Theresa May die Kriegsmarine aussenden würde, um Gibraltar für Großbritannien zu sichern.

Margaret Thatcher habe im Falle der Falklandinseln die Verteidigung "gegen eine andere spanisch-sprachige Nation" vorgemacht.

Boris Johnsons Kampfansage

Der britische Außenminister Boris Johnson äußerte sich gemäßigter – sendete bei Twitter jedoch ebenfalls eine Kampfansage an Spanien, indem er Gibraltar seine volle Unterstützung zusagte.

Der spanische Regierungssprecher Iñigo Méndez de Vigo betonte derweil, dass der Gibraltar-Vorschlag sein Land sehr zufriedenstelle. Nicht nur die konservative Regierungspartei PP von Mariano Rajoy, sondern auch die oppositionellen Sozialisten und die liberale Partei Ciudadanos seien sich einig, dass sich nun neue Möglichkeiten mit Blick auf den Landzipfel auftäten, berichtete die Zeitung "El País".

Großbritannien hatte am Mittwoch den EU-Austritt offiziell verkündet. EU-Ratspräsident Donald Tusk verschickte am Freitag einen Entwurf für die Verhandlungsleitlinien an die verbleibenden 27 Mitgliedstaaten.

Darin heißt es: "Wenn das Vereinigte Königreich die Union verlässt, darf kein Abkommen der EU mit dem Vereinigten Königreich ohne Einverständnis zwischen dem Königreich Spanien und dem Vereinigten Königreich auf das Gebiet von Gibraltar angewandt werden."

Der Entwurf für die Verhandlungsleitlinien soll nun in den nächsten Wochen diskutiert werden. Für den 29. April ist ein Sondergipfel in Brüssel angesetzt, auf dem sie beschlossen werden sollen.

Pro Jahr besuchen etwa zehn Millionen Urlauber den "Affenfelsen". Mit seinen niedrigen Steuersätzen lockt Gibraltar auch viele Finanzinstitute, Versicherungen und Betreiber von Online-Spielen an.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(bp)