Huffpost Germany

10 Millionen Tassen guter Kaffee: Deutsche Bahn stellt um auf fair gehandelte Kaffeebohnen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
DEUTSCHE BAHN ICE
Seit April bietet die Deutsche Bahn fair gehandelten Kaffee in den ICE- und IC-Zügen an | Thomas Lohnes via Getty Images
Drucken
  • Seit April bietet die Deutsche Bahn fair gehandelten Kaffee in den ICE- und IC-Zügen an
  • Kunden, die ihren eigenen Becher mitbringen, erhalten einen Preisnachlass
  • In einer Petition hatten mehr als 70.000 Menschen die Einführung von Fairtrade-Kaffee gefordert

Die Deutsche Bahn hat auf Fairtrade-Kaffee umgestellt. Seit April gibt es in den ICE- und IC-Zügen entsprechend zertifizierten Kaffee von Dallmayr, außerdem fair gehandelten Tee und Trinkschokolade.

Wie das Unternehmen am Montag berichtete, will es damit seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden.

Laut eigenen Aussagen ist die Deutsche Bahn nun einer der größten gastronomischen Anbieter für Fairtrade-Kaffee in Deutschland. Allein im Jahr 2016 seien an Bord von ICE und IC über zehn Millionen Tassen Kaffee ausgeschenkt worden.

Wer seinen eigenen Becher mitbringt, zahlt weniger

Fairtrade-Produkte haben natürlich ihren Preis. Wie eine Sprecherin der Bahn der Huffington Post mitteilte, kostet die Tasse Kaffee nun 3,00 Euro statt 2,80 Euro.

Allerdings: Wer seinen eigenen Becher mitbringt, erhält einen Preisnachlass von 20 Cent. Somit sind die Mehrkosten für Kunden bei fair gehandelten Kaffee wieder drin.

In einem Teil der Züge habe die Deutsche Bahn das Konzept getestet. Die Kunden hätten den Aufpreis für Fairtrade-Kaffee und den Preisnachlass bei Mehrzweckbechern gut angenommen.

Mehr zum Thema: Wenn ihr eurem Kaffee diese Zutat beifügt, hat er eine überraschende Wirkung

Wer hat sich alles ausgedacht?

Die Weimarerin Melanie Weigel hatte vor einem Jahr eine Petition über die Online-Plattform change.org angestoßen, in der sie die Bahn zum Verkauf von Fairtrade-Kaffee aufforderte. Mehr als 70.000 Menschen unterschrieben.

Der Wechsel im April habe mit der Petition allerdings nichts zu tun, sagte eine Sprecherin der Bahn der Huffington Post. Die Umstellung auf fair gehandelten Kaffee sei seit 2009 in der Planung. Seit 2015 liefen dann die Vorbereitungen.

Weigel wertet die Umstellung dagegen als Erfolg ihrer Aktion. "Die Bahn hat an der Petition gesehen, was sich die Leute wünschen. Dass 70.000 Leute fairen Kaffee wollen. Und das hat Druck ausgeübt und die Bahn in ihrer Entscheidung beeinflusst", sagte Weigel der Huffington Post.

Bei ihrem Treffen im Mai 2016 habe sie nicht das Gefühl gehabt, dass die Deutsche Bahn die Umstellung auf fair gehandelten Kaffee um jeden Preis wollte. Damals seien dem Unternehmen Preis und Qualität der Kaffeebohnen wichtiger gewesen.

Sie freue sich jetzt jedoch sehr, unterwegs fair gehandelten Kaffee trinken zu können. Und mit ihr vermutlich viele tausend Bahnfahrer auch.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(sk)