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02/04/2017 17:53 CEST | Aktualisiert 03/04/2017 09:45 CEST

Der Inhalt dieses Bunkers soll die Menschheit vor dem Aussterben bewahren

Norsk Telegrambyra AS / Reuters
Der Eingang zur benachbarten "Global Seed Bank" - Quelle: Reuters

Ein Vulkanausbruch, eine neue Eiszeit, oder ein Meteoriteneinschlag. Es gibt dutzende Ereignisse, die das Leben auf der Erde beenden könnten.

Kein Wunder, dass der Untergang der Menschheit oft als Stoff für Hollywood-Blockbuster herhalten muss.

Die Rettung der Welt liegt im Normalfall in den Händen eines rein zufällig in die Vorgänge verstrickten Helden, der es mit einem genialen Einfall schafft, in der letzten Sekunde die Apokalypse abzuwenden.

Doch die Realität ist weniger fantastisch, allerdings nicht weniger spannend. Denn am 27. März eröffnete auf einer entlegenen Insel im Polarmeer das "Arctic World Archive".

Die Weltuntergangs-Bibliothek

Was das Archiv mit dem Weltuntergang zu tun hat, ist schnell erklärt: Der Bunker funktioniert als eine Bibliothek.

In ihm sind tausende Dateien abgespeichert, die im Falle einer globalen Katastrophe wichtige Informationen über das Leben auf der Erde zur Verfügung stellen.

Der Spitzname des Archivs: die Weltuntergangs-Bibliothek.

Einen Nachbarn hat das Archiv auch schon. 2008 errichteten Forscher den “Global Seed Vault”, in dem die wichtigsten Pflanzensamen gelagert sind.

Im Falle einer Naturkatastrophe, eines weltweiten Blackouts oder eines vernichtenden Atomkriegs fungieren die Samen als eine Sicherheitskopie, um das Leben auf der Erde für uns Menschen zu sichern.

Die ersten Daten sind schon gesichert

Der gleichen Idee folgt die Firma "Piql". Sie speichert mit einer einzigartigen analogen Speichertechnik überlebenswichtigen Daten in ihrem Archiv in der Arktis.

Das kann alles mögliche beinhalten: meteorologische Informationen, geschichtliche Eckdaten, Bauanleitungen für wichtige Maschinen oder klassische Literatur.

Mehr zum Thema: Studie: So würden sich die Menschen verhalten, wenn sie erfahren, dass die Welt untergeht

Bis jetzt haben die Regierungen von Brasilien und Mexiko die Dienste des norwegischen Unternehmens in Anspruch genommen.

“Die Dokumente enthalten wichtige Texte der nationalen Geschichte, wie die brasilianische Verfassung oder Dokumente aus der Zeit der Inkas”, sagte der Firmengründer Rune Bjerkstrand dem "Life Science"-Magazin.

Die digitalen Daten werden auf photosensitiven Film gedruckt. “Wir drucken Dateien als große QR-Codes auf Filmrollen”, erklärte eine Mitarbeitern dem norwegischen Fernsehsender “NRK”.

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Einmal gedruckt sind die sensiblen Information “wie in Stein gemeißelt” und können weder Hackerangriffen zum Opfer fallen, noch ein weiteres Mal bearbeitet werden.

Durch diese ungewöhnliche Methode sollen die Daten für rund 1000 Jahre gespeichert werden.

Mehr zum Thema: Heftiger als Hiroshima: Die Nasa untersucht einen Asteroiden, der die Erde zerstören könnte

Der Hochsicherheitsbunker reicht weit in den Berg hinein und ist so vor schweren Erschütterungen und feindlichen Angriffen gut geschützt.

Die Firma hofft, dass bald noch weitere Regierungen sich entschließen, um ihre Nationalarchive in Norwegen zu sichern. Denn im Falle einer globalen Katastrophe, könnten diese Informationen lebenswichtig für einen Neustart der Menschheit sein.

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(mf)

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