SPD-Wahlkampfstratege erklärt: Diese eine Frage wird die Bundestagswahl entscheiden

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MERKEL SCHULZ
SPD-Wahlkampfstratege erklärt, welche eine Frage den Bundestagswahlkampf entscheiden wird | Yves Herman / Reuters
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SPD-Mann Kajo Wasserhövel weiß, wie man Wahlen gewinnt. Als Kampagnenmanager verhalf er Gerhard Schröder im Jahre 1998 ins Kanzleramt.

Auch 2005 war er für die Strategie der Sozialdemokraten verantwortlich: Schröder musste sich Merkel nur knapp geschlagen geben- trotz seiner zunächst katastrophalen Umfragewerte.

Jetzt analysiert Wasserhövel im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ die Strategien von Union und SPD im Wahlkampf 2017.

"Merkel hat ein Problem"

Er sieht vor allem die CDU vor einem großen Problem: Die Partei rücke derzeit "nach rechts und verengt ihr Spektrum“. Das werde nun zum Problem für Angela Merkel. 

Wasserhövel sagt: "Zum einen kauft man ihr so eine konservative Profilierung nicht ab, zum anderen hat sie die Partei in die Mitte geführt und ihr neue Wählerschichten eröffnet." Ebenjene Wähler könnten dem Rechtsruck zum Opfer fallen.

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Seine SPD hingegen bewege sich auf "Überholnähe zur Union“. Kanzlerkandidat Martin Schulz habe "ein breites inhaltliches Angebot“, mit dem er auf das Verlangen der Menschen nach mehr Gerechtigkeit reagiere.

Eine grundlegende Frage wird die Wahl entscheiden

Nun komme es auf eine prinzipielle Frage an: Die Grundstimmung Deutschlands im Sommer des Jahres.

"Ist es eher ein 'Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen', das der asymmetrischen Demobilisierung der Union 2013 entspricht, oder haben die Menschen das Gefühl, dass es eine Rekalibrierung in zentralen Fragen wie der nach Gerechtigkeit braucht", fragt Wasserhövel.

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Der Wahlstratege spricht von einem "ungewöhnlichen Wahlkampf, so wie man ihn in Deutschland sonst nicht kennt“. 

Etwa ein Drittel der Menschen seien noch unentschlossen. Die daraus resultierende Unberechenbarkeit würde die Parteien davon abhalten, einen Lagerwahlkampf zu betreiben.

(jz)

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