Lehrerverband warnt vor zunehmendem rassistischen Mobbing an Schulen

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GERMAN SCHOOL REFUGEES
Flüchtlinge wechseln in reguläre Klassen: Lehrerverband warnt vor rassistischem Mobbing | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Dieses Jahr wechseln viele junge Flüchtlinge von Integrations- in reguläre Klassen
  • Der Lehrerverband warnt vor rassistischem Mobbing
  • Dies könne sich gegen Flüchtlinge, aber auch gegen Deutsche richten

Der Lehrerverband hat vor rassistischem Mobbing an Schulen gewarnt.

„Rassistisches Mobbing ist vor allem an Schulen in sozialen Brennpunkten ein Problem", sagte Verbandschef Josef Kraus der Huffington Post. "Davon betroffen sind im Übrigen nicht nur Schüler mit Migrationshintergrund. Auch auf deutsche Schüler werden rassistische Schimpfwörter losgelassen – etwa von Muslimen, die sie 'Schweinefresse’ nennen."

Erst gestern war ein Vorfall an einer Berliner Schule bekanntgeworden, an der ein jüdischer Junge so lange gemobbt wurde, bis die Eltern entschieden, ihn von der Schule zu nehmen.

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Kraus könne deswegen nur davor warnen, die Integration von Flüchtlingen an den Schulen auf die leichte Schulter zu nehmen.

"In den kommenden Monaten und Jahren werden immer mehr Schüler aus Integrations- in die regulären Klassen wechseln. Darauf müssen Eltern und Lehrer die Schüler deutlich besser vorbereiten, sonst werden die Fälle von rassistischem Mobbing zunehmen", sagte Kraus.

Er forderte eine Reihe von Maßnahmen, um rassistischem Mobbing vorzubeugen.

"Wer nicht perfekt Deutsch spricht, läuft Gefahr, zum Mobbingopfer zu werden"

"Schüler müssen mit den unterschiedlichen Hintergründen der Flüchtlinge vertraut gemacht werden – sei es mit der Religion, den kulturellen Bräuchen oder dem Land, aus dem sie kommen", forderte Kraus. Außerdem dürfe die Regelklassen nicht überfordert werden, indem etwa von heute auf morgen vier neue Flüchtlinge kommen.

Ein wichtiger Punkt sei die auch die Sprache. "Wer nicht perfekt Deutsch spricht, läuft Gefahr, zum Mobbingopfer zu werden.“

Die Folgen von Mobbing für die Schüler bezeichnete Kraus als dramatisch.

"Es raubt den Kindern und vor allem den Opfern die Energie, die sie benötigen, um den Unterricht zu meistern", sagte Kraus. "Der fordert den Kindern meistens schon so viel ab, dass sie durch rassistisches Mobbing ganz aus der Bahn geworfen werden und im Zweifel damit ein ganzes Leben zu kämpfen haben."

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