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US-Präsident Trump strebt einen Neustart der Beziehungen zu Ägypten an - ein Thema wird er dabei bewusst ausklammern

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ELSISI TRUMP
US-Präsident Trump strebt einen Neustart der Beziehungen zu Ägypten an - ein Thema wird er dabei bewusst ausklammern | Getty/HuffPost
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  • US-Präsident Trump und Ägyptens Staatsoberhaupt Al-Sisi treffen sich am Montag, beide halten viel voneinander
  • Ob Muslimbrüder oder Frieden in Nahost, beide werden viel zu besprechen haben
  • Über das Thema Menschenrechte wollen beide allerdings nur privat reden

US-Präsident Donald Trump liebt Stärke. Aus seiner Bewunderung für autoritäre Herrscher hat er nie einen Hehl gemacht. Neben Kremlchef Wladimir Putin steht auch Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi bei ihm hoch im Kurs.

Al-Sisi und Trump hatten sich schon im September getroffen. Damals nannte Trump ihn einen "fantastischen Typen". Der Republikaner schwärmte davon, wie Al-Sisi den Militärputsch 2013 gehandhabt habe. "Er hat die Kontrolle über Ägypten übernommen. Und zwar richtig. Er hat das Heft in die Hand genommen."

Die "Chemie" habe sofort gestimmt, hieß es damals im Anschluss. Denn auch Al-Sisi lobte Trump als starken Führer.

Harmonisches Treffen erwartet

Das bevorstehende Treffen der beiden Präsidenten am Montag in Washington dürfte deshalb erneut harmonisch werden. Trump strebe einen Neustart der bilateralen Beziehungen an, heißt es aus dem Weißen Haus.

Al-Sisi braucht Trump, aber er kann ihm für seine Partnerschaft auch etwas bieten: der gemeinsame Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat, gute Beziehungen zu Israel und Palästina gleichermaßen.

Wenn Trump auf ihn setzt, würde es nicht nur seinem Ansehen, sondern auch dem Selbstbewusstsein des ganzen Landes helfen. Zudem dürfte Kairo darauf hoffen, dass Trump die Muslimbrüder, die 2012 mit Mohamed Mursi ein Jahr lang den ersten demokratisch gewählten Präsidenten des Landes stellten, als Terrororganisation einstuft.

Im Weißen Haus kursiert dem Vernehmen nach ein solcher Plan, aber er ist umstritten. Vor allem aus dem Außenministerium sollen Bedenken kommen.

Trump sei interessiert daran, Al-Sisis Sicht über die Muslimbruderschaft zu hören, sagt ein Vertreter aus dem Weißen Haus.

Das Thema Menschenrechte wird ausgeklammert

Unter Trumps Amtsvorgänger Barack Obama war das Verhältnis zwischen beiden Staaten zeitweise recht angespannt. Seine Regierung prangerte immer wieder Menschenrechtsverletzungen an, musste aber auch einräumen, dass Ägypten strategisch zu wichtig sei, als dass man die milliardenschwere Hilfe für das Land einfach einstellen könne.

Die neue US-Regierung verbreitet im Vorfeld des Treffens viel Lob. Ägypten sei ein Anker der Stabilität im Nahen Osten und ein wichtiger Partner für die USA. Al-Sisis wirtschaftliche Reformpläne seien mutig und wichtig.

Und das Thema Menschenrechte? Nach Ansicht von Kritikern werden unter Al-Sisis Führung die Menschen in Ägypten sehr viel stärker unterdrückt werden als zu Zeiten des 2011 gestürzten Machthabers Husni Mubarak.

Natürlich sei das immer ein Anliegen, was an erster Stelle stehe, versichert der Vertreter des Weißen Hauses. Aber man spreche derart sensible Dinge lieber diskret und im Privaten an. "Vor Trump muss Sissi seine Diktatur nicht verstecken", erklärte der ägyptische Journalist Hossam Bahgat.

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Stärkere Unterdrückung als unter Mubarak

Viele Ägypter empfinden heute eine stärkere Unterdrückung als unter dem langjährigen Machthaber Mubarak, der 2011 bei den historischen arabischen Aufständen aus dem Amt vertrieben wurde.

Umso wichtiger ist es nun, die eigene Herrschaft mit einem möglichst gelungenen Auftritt im Weißen Haus zu legitimieren. Am Nil verbindet der weitgehend vom Militär durchdrungene Staatsapparat große Hoffnungen mit Trump. Dessen Inszenierung als starker Mann kommt der Vorstellung der autoritären Kairoer Führung nach einem idealen Staatschef schon recht nah.

Gemeinsame Sache machen mit den USA, als Verbündeter vielleicht noch wichtiger werden als die superreichen Saudis? Das dürfte ein Traum Al-Sisis sein. Muss Trump nur noch mitspielen.

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(Mit Material der dpa)

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