"Tatort: Fangschuss": So ist der neue Fall aus Münster

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Axel Prahl und Jan Josef Liefers in ihren Paraderollen als Münsteraner Ermittler

Natürlich wird auch der neueste Münster-"Tatort: Schnappschuss" die Massen begeistern. Und das völlig zu Recht: Boerne und Thiel, viel mehr die Schauspieler Jan Josef Liefers (52) und Axel Prahl (57), brillieren einmal mehr in ihren Rollen. Erneut schaffen die Drehbuchautoren den richtigen Mix aus ernstem Kriminalfall und abstrusen Dialogen - völlig ohne den Bogen zu überspannen. Ganz im Gegenteil: Der Comedy-Part konzentriert sich dieses Mal ausschließlich auf die Protagonisten, der Fall an sich könnte auch in jedem ernsten Krimi erzählt werden.

Die Episoden-Hauptrolle übernimmt die exzellente Janina Fautz als Leila Wagner, die vermeintlich lange verschollene Thiel-Tochter. Die 21-jährige Mannheimerin - bekannt als Klette aus "Die Wilden Kerle 4 und 5" - überzeugt als vorlaute, aber herzensgute junge Dame mit blau gefärbten Haaren, die ihren Lebensmittelpunkt noch nicht recht gefunden zu haben scheint. Die Figur wurde realitätsnah angelegt und von Fautz mit viel Gefühl und einer riesigen Portion Talent mit Leben ausgefüllt. So macht Krimi Spaß!

Hier gibt es die ersten 30 Fälle von Boerne und Thiel aus Münster in nur einer DVD-Box

Darum geht's

Hat sich IT-Experte Sandberg wirklich selbst von seinem Balkon gestürzt? Die Kommissare Thiel und Krusenstern (Friederike Kempter, 37) nehmen die Ermittlungen auf. Hinweise auf einen Mord finden Prof. Boerne und Haller (Christine Urspruch, 46) in der Rechtsmedizin auf Anhieb nicht. Aber in der Wohnung des Toten gibt es Hinweise auf einen Einbruch. Jetzt will Thiel endlich mal ins Fitness-Studio, da meldet sich seine Kollegin mit einem dringenden Einsatz. Ausgerechnet in diesem Augenblick steht auch noch eine fremde junge Frau vor der Wohnungstür des Kommissars: Leila behauptet, Thiels Tochter zu sein.

Aber das muss warten. Genauso wie die Vorbereitungen auf die mündliche Jagdprüfung: Prof. Boerne will künftig dem Wild in den Wäldern des Münsterlandes nachstellen. Doch erst ist seine Expertise als Rechtsmediziner gefragt. Denn der IT-Experte bleibt nicht das einzige Mordopfer. In einem Gehöft vor den Toren der Stadt wird ein Journalist leblos aufgefunden. Er war bundesweit bekannt für seine hartnäckigen Recherchen - und nahm für seine neueste Story gerade einen einheimischen Futtermittelbetrieb unter die Lupe.

Lohnt sich das Einschalten?

Auf jeden Fall! Mit Sicherheit redet man in ein paar Jahren nicht mehr von diesem Fall, dafür ist er schlicht zu oberflächlich und ohne Relevanz. Aber geschenkt: Der Film schafft es 90 Minuten lang zu unterhalten und gleichzeitig die Spannung bis zuletzt aufrecht zu erhalten. Garniert mit guten Figuren und starken Schauspielern. Mehr braucht eine wunderbare Sonntagabend-Unterhaltung nicht - bei allem Verständnis zur oft experimentellen "Tatort"-Reihe, die sich mit Selbstversuchen oft selbst ein Bein stellt. Nicht in Münster, und das ist gut so!

Fazit: Sehenswerter Münster-Krimi! Natürlich muss man sich auf die Comedy-Elemente einlassen, allerdings wird der Film nicht davon überlagert und auch der "normale" Krimi-Fan wird davon nicht gestört. In der Vergangenheit übertrieben es die Münster-Macher schon Mal mit ihrem Humor. In "Tatort: Fangschuss" hält sich allerdings die Waage zwischen lustigen und ernsthaften Passagen, ohne die Spannung aus den Augen zu lassen. Gut so!

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