Ex-Kanzler Schröder warnt SPD-Kanzlerkandidat Schulz vor Rot-Rot-Grün

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Ex-Kanzler Schröder warnt SPD-Kanzlerkandidat Schulz vor Rot-Rot-Grün | dpa
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  • Ex-Kanzler Schröder warnt seine eigene Partei vor einem rot-rot-grünen Bündnis auf Bundesebene
  • Dazu fehle es der Linken an "vernünftigen Leuten"
  • Derweil schielt SPD-Kanzlerkandidat Schulz auf eine mögliche Koalition mit den Grünen und der FPD

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hält auf Bundesebene eine Koalition der Sozialdemokraten mit der Linkspartei derzeit nicht für realistisch. "Ich glaube nicht, dass man das hinbekommt, solange die Familie Lafontaine in der Linkspartei tonangebend ist", sagte Schröder dem Magazin "Der Spiegel".

Rot-Rot-Grün könne man erst machen, wenn bei der Linken "vernünftige Leute" wie der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow das Sagen hätten.

Ein Linksbündnis müsse zu Bedingungen der SPD realisierbar sein, meinte Schröder: "Wir erklären, wer Koch und wer Kellner ist."

Der ehemalige Regierungschef warnte den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz vor einer inhaltlichen Annäherung an die Linkspartei.

"Die Leute wählen das Original und nicht das Plagiat"

Mit Parolen, die nach Lafontaine klängen, werde es der SPD nicht anders gehen als der Union auf der Rechten: "Dann wählen die Leute das Original und nicht das Plagiat", argumentierte Schröder. Er sei ziemlich sicher, "dass Martin Schulz das ganz genau weiß".

Sowohl SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz als auch der frühere Parteichef Sigmar Gabriel hätten laut "Spiegel" nach der Niederlage im Saarland intern klargemacht, dass es sich bei der Ampel um ihr bevorzugtes Bündnis handele. Das schlechte Abschneiden der SPD an der Saar wird als Indiz gewertet, dass die Aussicht auf Rot-Rot mehr Wähler abschreckt als gedacht.

Nach aktuellen Umfragen hätten allerdings weder eine Ampel noch ein Jamaika-Bündnis (Union, FDP und Grüne) oder Rot-Rot-Grün eine Mehrheit. Dies sähe anders auch, wenn die AfD wider Erwarten den Sprung in den Bundestag verpasst.

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