Radikale Idee - Politiker wollen Autos aus der Stuttgarter Innenstadt verbannen

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STUTTGART INNENSTADT
Die Stuttgarter Innenstadt könnte autofrei werden - ein Bürgerentscheid ist in Arbeit | ullstein bild via Getty Images
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  • Stuttgarter Politiker haben eine Initiative gestartet, um die Stadt autofrei zu machen
  • Das Gebiet innerhalb der Ringstraße soll zur Fußgängerzone erklärt werden

Stuttgart gilt als die Stadt mit der größten Feinstaubbelastung in Deutschland. Zudem ist die Innenstadt für ihr hohes Verkehrsaufkommen bekannt. Nun wollen Politiker des Bündnisses SÖS/Linkeplus Abhilfe schaffen. Mit der Initiative “Stuttgart laufd nai” soll die Stuttgarter Innenstadt nun autofrei werden.

Durch das Bürgerbegehren soll das gesamte Gebiet innerhalb des zukünftigen Cityrings zu einer begrünten Fußgängerzone werden.

Ein Paradies für Fußgänger

Dabei sollen auch der Obere und Mittlere Schlossgarten zusammengeführt werden und so ein “intaktes gründes Band bis zum Akademiegarten und dem Schlosspark” bilden, wie Stadtrat Christoph Ozasek der Stuttgarter Zeitung sagte.

Die Zukunftsvision des Bündnisses: “Ein Paradies für zu Fuß Gehende und Radfahrende mit optimaler Anbindung an den ÖPNV im Herzen der Stadt.” Die Stadt soll dadurch lebendiger, sicherer, nachhaltiger und gesünder werden. So erhofft es sich SÖS-Stadtrat Luigi Pantisano.

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Ein Entwurf, wie die Stuttgarter Innenstadt bald aussehen könnte. Credit: Stuttgart laufd nai/facebook

Die autofreie Innenstadt ist ein Gegenentwurf zu weiteren Autotunneln

Die Idee einer autofreien Innenstadt kann aber auch als Gegenentwurf zu den Tunnelplänen von CDU, Grünen und SPD gesehen werden. Die Parteien plädieren für den Bau weiterer Tunnel zwischen Ostheim und der Innenstadt. Das Projekt ist mit Millionen von Euro veranschlagt.

Die Bündnispartner kritisieren aber vor allem, dass sich die Verkehrsüberlastung noch weiter verschärfen könne.

Eine autofreie Innenstadt würde zum einen ein Plus an Lebensqualität für die Bürger bedeuten und wäre zum anderen mit vergleichbar geringem finanziellen Aufwand umzusetzen.

Bürger, nicht Politiker, sollen entscheiden

So erklären es SÖS/Linkeplus in ihrer Präsentation, die im Internet und auf Facebook zu finden ist. Den Bündnispartnern ist dabei wichtig, dass die Bevölkerung und nicht die Politik über die Idee entscheidet. Der Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) unterstützt die Initiative bei ihrem Vorhaben und der Formulieren der Entscheidungsfrage.

Die Bündnispartner sind zuversichtlich, was ihr Vorhaben angeht. In einer Bürgerumfrage waren quer durch alle Alters- und Berufsgruppen waren 68 Prozent der Ansicht, es gebe zu viel Individualverkehr in der Innenstadt. 57 Prozent wünschten sich außerdem mehr Grün- und Parkanlagen.

Nun gilt es, 20.000 Unterschriften zu sammeln, um den Bürgerentscheid durchführen zu können.

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(ks)