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01/04/2017 19:04 CEST | Aktualisiert 01/04/2017 19:07 CEST

Kanzlei mahnt zehntausende Nutzer von Streaming-Seite ab

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Kanzlei mahnt zehntausende Nutzer von Streaming-Seite ab

  • Ein Abmahnwelle trifft derzeit zehntausende Nutzer einer Streaming-Seite

  • Kanzleien konnten die IP-Adressen der Nutzer auslesen und so Zahlungsaufforderungen von bis zu 1000 Euro verschicken

Softdrink, Knabbereien und ab aufs Sofa. Für viele sieht so ein entspannter Abend aus. Wer keinen der zahlreichen kommerziellen Streaming-Dienste wie Netflix oder Amazon Prime abonniert hat, weicht oftmals auf zwielichtige Seiten aus. Erwischt wird man ja nicht, denken Viele.

Doch etliche Nutzer der Seite "Popcorn Time" mussten nun die bittere Erfahrung machen, dass sie sehr wohl belangt werden können.

Unter anderem hagelt es derzeit im Ruhrgebiet Abmahnungen. Fast 1000 Euro sollen die Nutzer der Seite bezahlen, wie die "WAZ" berichtet. Allein in diesem Jahr soll eine süddeutsche Kanzlei bereits 30.000 Abmahnungen verschickt haben.

Kein normales Steaming-Portal

"Jeden Tag haben wir bis zu 30 Anrufer, die nach der Nutzung von Popcorn Time eine Abmahnung bekommen haben", erklärte der Kölner Medienanwalt Christian Solmecke gegenüber der "WAZ".

Das Problem: Nur auf den ersten Blick sieht "Popcorn Time" wie ein Streaming-Portal aus. Es lockt mit einem gigantischen Angebot. Doch die Seite funktioniert wie eine Tauschbörse. Das hat zur Folge, dass sich jeder beim Ansehen auch automatisch Daten herunterlädt und diese anderen Nutzer zur Verfügung stellt.

Genau an diesem Punkt setzen die Abmahnkanzleien an. Mit spezieller Software können sie die IP-Adressen der Nutzer abgreifen und so relativ leicht den Inhaber des Internetanschlusses bestimmen. Dabei ist es egal, ob man sich nur wenige Sekunden Videos angeschaut hat oder gleich eine ganze Staffel einer Serie.

Medienanwalt Solmecke rät allen Betroffenen sich Unterstützung von einem Spezialanwalt oder in einer Verbraucherberatung zu holen. Das kann sich durchaus lohnen. Denn längst nicht alle Abgemahnten müssten zahlen, nur selten die volle Summe.

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