Rot-Gelb-Grün statt Rot-Rot-Grün? Politiker von SPD und FDP werben für Ampel-Koalition

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GABRIEL SCHULZ
Rot-Gelb-Grün statt Rot-Rot-Grün? Politiker von SPD und FDP werben für Ampel-Koalition | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Politiker der SPD und FDP propagieren ein Bündnis mit den Grünen nach der Wahl
  • Martin Schulz und Sigmar Gabriel präferieren laut "Spiegel" diese Ampel-Koalition
  • FDP-Chef Christian Lindner hingegen distanziert sich von dem Modell

Bisher dreht sich im Hinblick auf die Bundestagswahl nur um eine Frage: Merkel oder Schulz? Wichtig ist aber auch die Frage, welche Koalition von Parteien Deutschland ab Herbst regieren wird.

Zurzeit werden meist zwei Varianten diskutiert, die Große Koalition oder Rot-Rot-Grün. Im "Spiegel" bringen jetzt führende Politiker der SPD und FDP eine andere Möglichkeit ins Spiel: Eine Ampel-Koalition aus Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen.

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Schulz und Gabriel wollen die Ampel

Sowohl SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz als auch Außenminister Sigmar Gabriel hätten in den eigenen Reihen klar betont, dass eine Ampel-Koalition ihr präferiertes Bündnis nach der Wahl wäre, schreibt der "Spiegel".

"Die Ampelkoalition passt für uns am besten, weil die Gemeinsamkeiten mit Grünen und FDP am größten sind", sagte demnach auch SPD-Fraktionsvize Carsten Schneider dem Magazin.

"Wir führen zwar keinen Koalitionswahlkampf", sagte darüber hinaus der SPD-Bundestagsabgeordnete Kollege Sören Bartol, die Partei sollte aber alle Gesprächskanäle offen halten. "Das gilt besonders auch für Grüne und Liberale."

Dreyer: "Ampel funktioniert in unserem Land sehr, sehr gut"

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), sagte dem "Spiegel", dass die Ampel natürlich eine Möglichkeit für den Bund wäre.

In ihrem Bundesland regiert eine solche Koalition seit einem Jahr. "Die Ampel funktioniert in unserem Land sehr, sehr gut. Wir zeigen, dass gerade das Zusammenspiel unterschiedlicher Positionen eine konstruktive und zukunftsfähige Politik ermöglicht", sagte Dreyer.

Die Töne aus der FDP sind dagegen verhaltener. "Die Ampelkoalition treibt mir keine Schweißperlen auf die Stirn", sagte Parteivize Wolfgang Kubicki dem "Spiegel". Doch ein Bündnis mit der Union hält er nach den Erfahrungen der letzten schwarz-gelben Koalition im Bund für schwierig: "Die Union ist unser größter politischer Konkurrent im Wählermarkt, und so behandelt sie uns auch."

Enthusiastischer klingt im "Spiegel" da der Europaabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff: "Ich persönlich finde, dass die große Zukunftsfrage am sinnvollsten sozialliberal beantwortet wird"

FDP-Vorsitzender Lindner schließt Ampel-Koalition aus

Nach der Veröffentlichung des Artikels allerdings klingt das bei Lambsdorff schon wieder ganz anders. Auf Facebook schrieb er:
„Werbung für die Ampel? Unsinn! Wer in dem, was ich gesagt habe, die Worte 'Dreierbündnis', 'Ampel' oder 'Grüne' findet, dem gebe ich ein Bier aus - pro Begriff.“

Aus den rot-gelb-grünen Träumen wird aber wohl sowieso nichts. Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner wollte sich bei der Vorstellung des Wahlprogramms seiner Partei unter der Woche auf keine Koalition festlegen. Es gebe "keine natürlichen Verbündeten" in andern Parteien.

Der "Welt" sagte Lindner zudem: "Wir gehen ohne Koalitionsaussage in die Wahl.“ Das sei aber nicht Ausdruck eines Gedankenspiels um die Ampel-Koalition: „Im Gegenteil wollen wir dokumentieren, dass als Lehre aus der Niederlage 2013 mehr denn je unsere eigenen Projekte den Ausschlag geben sollen.“

Auf Twitter reagierte Lindner zudem auf die Veröffentlichung des "Spiegels" - und nannte den Artikel des Magazins "amüsante Fake News".

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