Sie ernähren sich von Blut und Milch: Äthiopische Männer wollen so dick wie möglich werden

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Athletisch, gertenschlank, schnell. Äthopiens Langstrecken- und Marathonläufer gehören zu den besten der Welt. Egal ob Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften, oft stehen Äthiopier ganz oben auf dem Treppchen.

Doch Männer des äthiopischen Stammes der Bodi streben das genau Gegenteil an: Sie wollen so dick wie möglich werden (siehe Video oben).

Die Bodi sind bekannt für ihre Zeremonie "Ka’el", dem Feiertag der fetten Männer.

Für Außenstehende mag das merkwürdig klingen, doch für den Stamm selbst hat es eine lange Tradition. Die Feier findet jedes Jahr im Juni oder Juli statt und markiert das neue Jahr.

Grundnahrungsmittel für Monate: Blut und Milch

Jede Familie wählt einen unverheirateten Mann aus, der am Wettbewerb teilnehmen soll. Bereits einige Monate zuvor beginnen die Ausgewählten sich nur noch von Blut und fetter Milch zu ernähren.

Bemerkenswert: Kühe werden für das Blut nicht geschlachtet, sondern ihnen wird es durch Löcher in den Venen abgezapft.

Die männlichen Stammesangehörigen verlassen ihre Hütten nicht und stopfen sich mit fettigen Essen mit vielen Kalorien voll - monatelang. In dieser Zeit hören sie mit jeglicher Arbeit auf. Zudem versuchen die Männer, sich so wenig wie möglich zu bewegen. Selbst auf Sex wird verzichtet. Ihr Ziel: So viel Gewicht wie möglich zulegen.

"Fettester Mann des Jahres"

Am Tag der Zeremonie wird ein Rind geschlachtet und die dicken Bodi-Männer präsentieren sich den Ältesten der Gemeinschaft. Diese bestimmen den dicksten, der den Titel "Fettester Mann des Jahres" erhält.

Dem Fettesten ist der Respekt des gesamten Stammes sicher, ein riesiger Bauch gilt ebenso als attraktiv.

Allerdings ist diese Tradition nun bedroht: Die äthiopische Regierung will die Stämme umsiedeln - es wäre wohl das Ende des "fettesten Mannes".

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(ks)