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Die größte Gefahr an deutschen Flughäfen sind nicht Terroristen – sondern die Passagiere

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Der Himmel hat keine Grenzen. Weltweit knapp vier Milliarden Passagiere reisen jedes Jahr mit dem Flugzeug. Experten gehen davon aus, dass sich diese Zahl in den nächsten Jahren verdoppeln wird.

Vor allem der unerbittliche Preiskampf der "Billig-Airlines" macht es so gut wie jedem möglich, in die entlegensten Ecken der Welt zu fliegen. Doch in den vergangenen Monaten sind Flughäfen, die eigentlich als Tor zur Welt dienen sollten, zum Ort des Schreckens und der Angst mutiert.

Flughäfen als "weiches Ziel" für Terroristen

Der mutmaßliche "IS"-Terrorist Dschaber al-Bakr plante monatelang einen Anschlag auf einen Berliner Flughafen, bevor er von den Behörden gestoppt wurde und sich anschließend im Gefängnis mit seinem T-Shirt strangulierte.

Erst kürzlich versuchte ein 39-Jähriger, einer Soldatin am Pariser Flughafen Orly das Sturmgewehr zu entreißen. Wie der französische Präsident François Hollande später bestätigte, habe auch dieser Angreifer konkrete terroristische Anschlagspläne gehabt.

Der Anschlag auf den Brüssler Flughafen Zaventem jährte sich am 22. März erstmals.

Diese Angriffe zeigen, wie gefährdet Flughäfen in der heutigen Zeit sind. "Ein Flughafen ist naturgemäß ein weiches Ziel - die Bedrohung nach wie vor akut", sagt Albert Poerschke, Sprecher der Bundespolizei am Münchner Flughafen.

Über 7.000 Strafanzeigen jährlich

Die Sicherheitsvorkehrungen sind extrem, bewaffnete Einsatzkräfte gehören längst zum gewohnten Bild. Dennoch: Einhundertprozentige Sicherheit könne es nicht geben, sagt Poerschke.

Die Bundespolizei beschäftigt sich am Münchner Flughafen mit der grenzpolizeilichen Kontrolle, der Luftsicherheit, der Bahnpolizei und der Rückführung. Die Passagierkontrolle liegt in den Händen des Freistaates Bayern.

Dass hohe Sicherheitsstandards dringend notwendig sind, zeigt sich auch daran, dass die Polizei am Airport München jährlich etwa 7000 Strafanzeigen registriert. Der Fahndungscomputer schlägt am zweitgrößten Flughafen Deutschlands mehr als 4500 mal jährlich an.

Die Angst ist allgegenwärtig

Die Sicherheitsmaßnahmen an deutschen Flughäfen befinden sich am Maximum, heißt es von Seiten der Polizei, mehr gehe nicht. Die Angst der Passagiere, dass es zu Terroranschlägen in Deutschland kommt, bleibt – auch an Flughäfen.

Die Huffington Post hat eine Streife der Bundespolizei für einen Tag begleitet. Wir haben gesehen, wie Gefahren vermieden werden sollen – und was passiert, wenn es doch zu brenzlichen Situationen kommt.

Dabei zeigte sich auch, dass die größte Herausforderung bei der alltäglichen Arbeit der Beamten die Passagiere sind, die die Polizisten mit ihrem Verhalten davon abhalten, sich um wichtigere Aufgaben zu kümmern.

Die Reportage seht ihr oben im Video.

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(jds)