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30/03/2017 19:29 CEST | Aktualisiert 30/03/2017 19:47 CEST

Unterirdische Parks, Farmen und Lebensräume: Mit faszinierenden Projekten kämpfen Metropolen gegen den Platzmangel

Darren Ornitz / Reuters
Besucher sehen sich die Pflanzen im Lowline-Lab an

Jeder Quadratmeter zählt. Die Metropolen dieser Welt sind überfüllt. Immer höher treiben die Architekten die Wolkenkratzer in den Himmel. Die Preise steigen mit. Die Menschheit muss sich stapeln. Aber es ist nicht mehr viel Luft nach oben.

Deswegen denken Stadtplaner überall auf der Welt nun in die andere Richtung: in den Untergrund.

Und zwar nicht nur für die üblichen Tiefgaragen, die soll es schon in den 50ern in der Schweiz gegeben haben. Es geht um Lebensräume:

Der erste U-Park der Welt

Es sind faszinierende Projekte: In New York City etwa soll in einem stillgelegten U-Bahn-Hof Manhattens ein unterirdischer Park namens Lowline entstehen. Der erste U-Park der Welt.

Eine Non-Profit-Organisation hat über Jahre experimentiert, um Sonnenlicht über ein Aluminium-Rohr-System zu leiten und unterirdisch Pflanzen wachsen zu lassen.

Bei Schmuddelwetter liefern LED-Lampen Licht. Wenn die Finanzierung über 80 Millionen Dollar geklärt ist und die Pläne, die bis Juli vorliegen müssen, die Stadt überzeugen, könnte der Park 2021 eröffnen.

Stadtplaner aus London, Moskau, Paris und Seoul haben schon Interesse an dem Konzept angemeldet. Denn sie haben alle die gleichen Probleme: Zu wenig Platz.

Gemüse mit tiefen Wurzeln

In London sind die Stadtplaner sogar schon einen Schritt weiter. Unter den Straßen Südwest-Londons züchtet eine Firma schon länger Gemüse unter LED-Licht in Tunneln.

Der Betreiber wirbt damit, dass er deutlich weniger Wasser verbrauche als ein Tageslicht-Bauer. Außerdem kann ihm das Wetter die Ernte nicht verhageln.

Der finnische Masterplan

In Finnland gibt es sogar einen offiziellen Masterplan, wie sich der Raum unter der Erde nutzen lässt. Allerdings denkt man dort weniger an Naherholung als an Abwasserbehandlung und Parken.

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Lösungen kehren Probleme unter den Teppich

Es sind innovative Lösungen. Lösungen, die das Platzproblem in den Metropolen lindern können. Der Preis für die Projekte allerdings ist hoch, sie bedeuten in der Regel massive Eingriffe in den Boden, die etwa den Grundwasserhaushalt beeinflussen können - falls nicht bereits bestehende Tunnel genutzt werden.

Kurz: Es sind Ideen, mit denen man das Problem wachsender Bevölkerung, zunehmender Landflucht und Verstädterung sozusagen unter den Teppich kehren kann. Lösen aber lassen sich die Platzprobleme letztlich nur nachhaltig, wenn die ökologischen Folgen abschließend geklärt sind.

Gerade deshalb sind diese ersten Versuche so spannend.

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(sma)

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