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Mit diesem Facebook-Foto bricht Thilo Sarrazin sein letztes Tabu

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  • Skandal-Autor Sarrazin hat sich bei einer AfD-nahen Veranstaltung fotografieren lassen
  • Bisher hatte er den Kontakt zu den Rechtspopulisten vermieden
  • Die wichtigsten Infos des Textes seht ihr zusammengefasst auch im Video oben

Es ist ein Foto, das Bände spricht. Der SPD-Politiker und "Deutschland schafft sich ab"-Autor Thilo Sarrazin zeigt sich auf einem am Sonntag veröffentlichten Bild mit dem AfD-Vorstandsmitglied Alice Weidel.

Sarrazin, der in der Vergangenheit viel Kritik für seine Thesen einstecken musste, scheint sich bewusst der AfD anzunähern, die er bislang stets ablehnte. Trotz großer ideologischer Übereinstimmung: Die rechtspopulistische Partei war lange so etwas wie Sarrazins letztes Tabu.

Das brisante Foto entstand bei einer AfD-nahen Veranstaltung auf der Burg Lichtenberg in Ludwigsburg. Sarrazin trat hier als gefeierte Hauptredner vor 120 Gästen auf.

Der rechte Studienkreis Weikersheim, Mitveranstalter des Events, schreibt dazu auf seiner Website: "Die Teilnehmer erlebten einen sehr spannenden Abend und nutzen ausgiebig die Möglichkeit mit dem SPD-Politiker und Bestsellerautor zu diskutieren.“ Auch ein Video der Rede Sarrazins soll bald online veröffentlicht werden.

AfD freut sich über Sarrazin


Neben Weidel nahmen auch AfD-Bundestagskandidat Nikolaus Fest und der AfD-Mann Maximilian Krah an der Veranstaltung teil – sowie ein Dutzend weiterer Politiker der rechtspopulistischen Partei.

Bei denen kam die Rede Sarrazins offenbar an. Die "Stuttgarter Nachrichten“ schrieben: "Sarrazin (…) wird für seine Thesen gefeiert.“

Der Skandalautor erklärte demnach: "Wir gefährden unseren Wohlstand, wenn wir glauben, Geburtenrückgänge mit bildungsschwachen Zuwanderern ausgleichen zu können."

Alice Weidel äußerte sich in der "Bild“ erfreut über die Annäherung Sarrazins an ihre Partei: "Sarrazin trat zum ersten Mal mit einem AfD-Spitzenpolitiker auf. Er hat in vielen Punkten recht."

Ob der in Ungnade gefallene Sozialdemokrat an einen Parteiwechsel denkt – eventuell gar vor der Bundestagswahl – ist jedoch unklar. Sarrazin zumindest versuchte zunächst zu relativieren: Er habe vorher nichts von der Teilnahme der AfD-Politikerin gewusst.

Zur "Bild" sagte er nur: "Ich werde keine demokratische Partei ausschließen – ich werde überall meine Thesen vertreten.“

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(bp)