So versucht die Deutsche Bank aus dem Dilemma mit Trumps 300-Millionen-Dollar-Kredit zu kommen

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DONALD TRUMP
So versucht die Deutsche Bank aus dem Dilemma mit Trumps 300-Millionen-Dollar-Kredit zu kommen | Carlos Barria / Reuters
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  • Donald Trumps Unternehmen schulden der Deutschen Bank eine Menge Geld
  • Für die Kredite bürgt der US-Präsident höchstpersönlich mit seinem Vermögen
  • Ein Deal, aus dem das Geldinstitut so schnell wie möglich wieder raus will

US-Präsident Donald Trump gilt weithin als steinreich. Aber der Immobilien-Tycoon ist auch hoch verschuldet. Und am liebsten leiht er sich Geld bei der Deutschen Bank.

Trump hat rund 300 Millionen Dollar Schulden bei dem Kreditinstitut gemacht. Hauptsächlich für die Finanzierung von drei Gebäuden: dem Golfresort Doral bei Miami für rund 125 Millionen Dollar, einen Hotel- und Büroturm in Chicago für 25 bis 50 Millionen Dollar und die Renovierung des Alten Postamts in Washington, für den die Bank einen Kredit von 170 Millionen Dollar vergab.

Alles Deals, welche die Deutsche Bank im Nachhinein lieber nicht gemacht hätte - und aus denen sie jetzt offenbar so schnell es irgendwie geht wieder raus will.

Trump-Vermögen wird zum Problem für die Deutsche Bank

Denn Trump hat seine Kredite bei der Bank nicht normal abgeschlossen - sondern mit einem Kniff besonders günstige Konditionen rausgeschlagen. Der US-Präsident bürgt nämlich mit seinem persönlichen Besitz und Vermögen für die Rückzahlung des Kredits; er versprach eine persönliche Bonitätsgarantie.

Das berichtet das US-Finanz-Portal “Bloomberg”.

Die Folge von Trumps persönlicher Garantie ist demnach: Er muss sehr viel weniger Zinsen auf seine Kredite zahlen, als es seine Unternehmen müssten. Und genau da liegt das Riesenproblem für die Deutsche Bank.

Bank müsste den amtierenden US-Präsidenten pfänden

Denn nicht nur ist der ohnehin schon angeknackste Ruf des Instituts durch die Verbindungen zu Trump noch mehr in Gefahr. Das Geldhaus könnte zusätzlich auch in eine äußerst unangenehme Lage kommen - nämlich dann, wenn die Raten für die Kredite, die Trumps Unternehmen aktuell offenbar regelmäßig abgestottern, nicht mehr gezahlt werden.

Dann müsste die Deutsche Bank etwas ungeheuerliches tun: Sie müsste den Besitz des amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten pfänden. Oder das zumindest versuchen.

Um das zu verhindern, würde sie die Kreditverträge gerne umschreiben. Die persönliche Garantie des US-Präsidenten soll raus aus den Verträgen, berichtet “Bloomberg” in Bezug auf einen Insider. Und aus den Krediten sollen ganz "normale" Darlehen werden, wie sie Banken regelmäßig geben, um Immobilien zu finanzieren.

Die Bank steckt im Dilemma

Gut sieht das aber nach außen nicht aus. Denn der Grund für günstige Konditionen der Kredite war schließlich Trumps Bürgschaft. Würde die nun still und heimlich aus dem Vertrag gestrichen werden, hieße das: Trump wird bevorzugt.

Verlangt die Deutsche Bank aber stattdessen auf einmal höhere Zinsen und mehr Geld von Trump, würde sie riskieren, dass die Trump Business Organization, die jetzt von Trumps Söhnen Donald Jr. und Eric geführt wird, in Zukunft keine Deals mehr mit ihr macht.

Die Deutsche Bank wollte sich zu dem Thema auf Anfrage der Huffington Post nicht äußern.

Das US-Justizministerium ermittelt bereits gegen die Deutsche Bank

Das verworrene Verhältnis des mächtigsten Mannes der Welt und dem größten Geldhaus Deutschlands steht indes schon länger im Fokus.

Mehr zum Thema: Deutsche Bank prüft Trumps Konten auf Verbindungen nach Russland

Vielfach wurde darüber spekuliert, dass die Geschäfte der Deutschen Bank mit Trump zu Interessenskonflikten führen könnten. Die Befürchtungen: Das deutsche Kreditinstitut könnte in den Genuss einer Vorzugsbehandlung durch die USA kommen.

Zusätzliche Brisanz bekommt die Geschichte, weil das US-Justizministerium gegen die Deutsche Bank ermittelt. Es geht um Aktiengeschäfte reicher Kunden der Bank in Russland und um umstrittene Deals mit verbrieften Immobilienkrediten. Insgesamt geht es um eine Summe von 10 Milliarden Dollar.

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Der Rechtsstreit sorgt für eine absurde Situation : Trumps Vorgänger Barack Obama hatte die Ermittlungen in Auftrag gegeben - und der nachfolgenden Regierung übergeben, weil sie noch nicht abgeschlossen sind. Jetzt berichten die Ermittler an Donald Trump - der wiederum bekanntlich Geschäfte mit der beklagten Deutschen Bank macht.

Diese befindet sich nun in einem Dilemma. Ein Ausweg könnte sein, die Kredite zu verkaufen. So einfach dürfte sie diese aber nicht loswerden. Potenzielle Käufer könnten von den Problemen, die auch die Deutsche Bank mit den Schulden hat, abgeschreckt werden.

Und es kommt noch schlimmer, denn der amtierende US-Präsident ist nicht der einzige im Trump-Clan, der Schulden bei der Deutschen Bank hat. Auch sein Schwiegersohn Jared Kushner hat sich bei ihr Geld geliehen. Noch vor der Präsidentschaftswahl refinanzierte das Geldhaus den größten Teil eines 370 Millionen Dollar schweren Kredits.

Noch so ein Deal, den die Deutsche Bank wohl besser nicht abgeschlossen hätte.

Mehr zum Thema: Trump überfordert: Jetzt soll Schwiegersohn Kushner die Probleme der US-Politik lösen – und zwar alle

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