Experten warnen: Eine von Zecken übertragbare Krankheit ist auf dem Vormarsch – es gibt kaum einen Schutz davor

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Endlich ist der Frühling da, und es zieht die Menschen wieder hinaus in die Natur. Doch dort lauert eine Gefahr, derer sich die meisten nicht bewusst sind.

Sie sind winzig und werden oft nicht bemerkt, aber übertragen eine äußerst gefährliche Krankheit: Zecken, und mit ihnen die Lyme-Borreliose, sind auf dem Vormarsch (auch im Video oben).

Experten warnen nun: 2017 könnte ein besonders heftiger Ausbruch der Krankheit bevorstehen.

Von März bis in den Oktober hinein sind die kleinen Blutsauger besonders aktiv und die Gefahr einer Infektion damit äußerst hoch.

Stehen wir vor einer Zecken-Epidemie?

Die Tendenz, sich mit Borreliose zu infizieren, ist für 2017 besonders hoch. Dies hängt stark mit den milden Wintern aufgrund des Klimawandels zusammen, da sich die Zecken so besonders gut vermehren konnten.

Zudem hat der amerikanische Wissenschaftler Richard Ostfeld, der sich auf die Lyme-Borreliose spezialisiert hat, herausgefunden: Wenn Eichen besonders viele Eicheln tragen, vermehrt sich die Mäusepopulation.

Mäuse wiederum tragen das gefährliche Borreliose-Bakterium in sich. Der Zusammenhang zwischen Lyme-Borreliose und Eicheln konnte auch in Europa nachgewiesen werden.

Aufgrund der beiden oben genannten Faktoren haben Forscher für 2017 und 2018 nun einen besonders heftigen Ausbruch der Krankheit vorhergesagt.

Lyme-Borreliose ist eine schwere Infektionskrankheit

Lyme-Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die hauptsächlich von infizierten Zecken übertragen wird. Allerdings können auch Stechmücken und Pferdebremsen die Krankheit übertragen.

zecke
Die Zecke ist besonders im Süden Deutschlands sehr verbreitet. Credit: Getty Images

Zecken geben beim Blutsaugen die bakteriellen Erreger an den Menschen weiter - ist dieser erst einmal infiziert, trägt er die Krankheit lebenslang in sich und leidet unter den schweren Symptomen.

Schätzungen zufolge erkranken an durch Zeckenbisse übertragenen Krankheiten in Deutschland jährlich rund 50.000 bis 100.000 Personen.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Die Krankheit kann sowohl das Gehirn als auch das Herz schädigen

Die Symptome der Krankheit sind sehr unterschiedlich. An der Stelle des Zeckenbisses bildet sich in einer Zeitspanne von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen eine ringförmige Rötung, die sich ausbreitet.

Manche Betroffenen bekommen Fieber und leiden unter grippeähnlichen Symptomen sowie ständiger Müdigkeit. Andere leiden unter heftigen Kopfschmerzen und Sehstörungen.

Im weiteren Verlauf kann der Betroffene unter Entzündungen des Gehirns und des Rückenmarks leiden. Die Borreliose kann alle Anteile des zentralen und peripheren Nervensystems befallen.

Zudem kommt es in vielen Fällen zu schweren Nervenschmerzen und sogar Lähmungen.

Keine Aussicht auf Heilung

Ist ein Mensch erstmal mit Lyme-Borreliose infiziert, bleibt die Krankheit bestehen. Bisher gibt es keinerlei Heilungsmethoden und die Betroffenen leiden oft unter schweren Langzeitfolgen wie Gelenkschmerzen. Teilweise müssen sie ihr Leben lang Medikamente einnehmen.

Da es keinen Impfstoff gegen Borreliose gibt, ist es daher besonders wichtig, sich gut vor Zeckenbissen zu schützen.

So kann man sich gegen Zecken schützen

Experten empfehlen bei Aufenthalten in der Natur das Tragen von langer Kleidung, die enge Bündchen hat. Auf diese Weise können Zecken nicht so leicht unter die Kleidung schlüpfen. Zudem sollte man eher helle Farben tragen, da die Tierchen dann schneller auffallen. Auch geschlossene Schuhe werden empfohlen.

Nach jedem Aufenthalt im Freien sollten zudem sowohl Kleidung als auch Körper gründlich nach den kleinen Parasiten abgesucht werden.

Zudem sollte man auch regelmäßig seine Haustiere wie Hund und Katze gründlich absuchen, wenn diese draußen waren. Auch wenn diese Zeckenschutz tragen, können sie in ihrem Fell die Zecken mit in die Wohnung bringen.

Gegen andere von Zecken übertragene Krankheiten kann man sich mit einer Impfung schützen

Eine Möglichkeit ist es, sich vor einem Spaziergang in der Natur mit bestimmten Cremes oder Sprays zu schützen, die eine abstoßende Wirkung auf die Zecken haben. Diese bieten einen oberflächlichen Schutz vor der durch Zecken- und Mückenstichen übertragenen Virenerkrankung “Frühsommer-Meningoenzephalitis” (FSME). Eine Schutzimpfung ersetzen sie jedoch nicht.

Auch FSME kann zu heftigen Symptomen mit schweren Langzeitfolgen führen. Doch im Gegensatz zu Lyme-Borreliose gibt es hier eine gute Nachricht: Die Krankenkasse zahlt die Impfung gegen die gefährliche Virenerkrankung.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg