Schwere Vorwürfe nach Berlin-Anschlag: Mann wollte sterbender Frau helfen - doch ein Retter zog ihn weg

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ANIS AMRI
Ansi Amri tötete am Berliner Breitscheidplatz unzählige Menschen | dpa
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  • SPD-Politiker Kurt Beck erhebt schwere Vorwürfe gegen Rettungskräfte, die am Berliner Breitscheidplatz vor Ort waren
  • Ein Helfer habe etwa einen Mann weggezerrt, der einer sterbenden Frau helfen wollte

Am 19. Dezember 2016 hat ein schreckliches Attentat die deutsche Hauptstadt erschüttert. Der Tunesier Anis Amri lenkte einen Lkw in die Menschenmassen auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz. 12 Menschen verloren an diesem Tag ihr Leben.

Trotz des Chaos an jenem Abend versuchten die Bürger einander zu helfen. Das sagte der ehemalige SPD-Chef Kurt Beck der "Passauer Neuen Presse". Aber er schildert auch einen Fall, der die Rettungskräfte in keinem guten Licht erscheinen lässt.

"Es gab einige grobe Ungeschicklichkeiten", sagte Beck. "So hat mir ein Betroffener geschildert, dass er einer sterbenden Frau helfen wollte, er aber von einem professionellen Helfer weggezerrt wurde."

"Damit wir vorbereitet sind"

Es gilt, aus dem Anschlag zu lernen, appelliert Beck. "Damit wir vorbereitet sind, auch wenn es hoffentlich nie wieder zu so einer Tat kommen wird", sagte er.

Beck ist seit Anfang März Sonderbeauftragter der Bundesregierung für die Opfer des Anschlags. Im Herbst will er einen Bericht vorlegen, in dem er seine Erkenntnisse aufarbeitet und zusammenfasst.

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(ll)

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