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JU-Chef Ziemiak über Wahlkampftaktik: Union soll sich "um die ganz harten" Themen kümmern

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  • JU-Chef Ziemiak findet, die Union solle sich um "die ganz harten Themen" kümmern
  • Die SPD dagegen rede Probleme nur herbei
  • Das HuffPost-Interview mit Paul Ziemiak seht ihr im Video oben

Der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, erwartet, dass sich CSU und CDU im Bundestagswahlkampf auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren.

"Wir haben im Saarland gesehen, dass das Fokussieren auf die ganz harten Themen, beispielsweise die Innenpolitik, von Erfolg gekrönt ist", sagte der Chef der Nachwuchsorganisation der Union der Huffington Post in Berlin.

"Die Menschen können sehr gut unterscheiden zwischen wahren Problemen und Problemen, die herbeigeredet werden", sagte er.

Ziemiak setzt seine Kritik an Schulz fort

Es ist ein weiterer Seitenhieb auf den neuen SPD-Chef und Kanzlerkandidaten Martin Schulz, der soziale Ungerechtigkeit in Deutschland anprangert.

Die Junge Union hatte ihm in den vergangenen Wochen vorgeworfen, Deutschland schlechtzureden. Die teils satirische Kritik war allerdings selbst umstritten gewesen.

Die seit 2011 regierende saarländische Ministerpräsidentin Annegret-Kramp Karrenbauer (CDU) hatte in ihrem Wahlkampf auf klassische Themen der CDU gesetzt: Wirtschaft und Sicherheit. Unter anderem hatte ihre Regierung ausgehandelt, dass das Saarland im Länderfinanzausgleich ab 2020 pro Jahr 500 Millionen Euro mehr erhält. Außerdem entsteht im Saarland ein großes Zentrum für IT-Sicherheit, für das die CDU-Politikerin geworben hatte.

Ziemiak sagte auch, Annegret-Kramp Karrenbauer und ihr Innenminister Klaus Bouillon stünden dafür, dass sich die Menschen sicher fühlten.

SPD-Herausforderin Anke Rehlinger hatte dagegen ihren Schwerpunkt auf Menschlichkeit, Zusammenhalt und soziale Sicherheit gelegt.

Begeisterung auf dem Parteitag zählt nicht, sagt Ziemiak

Die CDU hatte bei der Wahl im Saarland am Sonntag knapp 41 Prozent der Stimmen erhalten, die SPD nur knapp 30 Prozent. Es war eine herbe Niederlage für die Sozialdemokraten gewesen.

Sie hatten ihren neuen Chef mit so viel Jubel gefeiert, dass sich Beobachter schon an religiöse Ekstase erinnert fühlten. Die Umfragewerte der SPD waren infolge der Nominierung von Schulz in den bundesweiten Umfragen nach oben geschossen.

"Dieser Schulz-Effekt hat am Sonntag sein Ende gefunden", sagte Ziemiak. Es sei nicht wichtig, dass ein Spitzenkandidat auf Parteitagen begeistern könne, sondern er müsse die Wähler begeistern.

Damit hat Ziemiak zwar Recht - aber um die Wähler wirklich begeistert zu können, braucht es eben auch mehr Enthusiasmus, als die Union derzeit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) entgegenbringt. Echte Begeisterung weckt Merkel eben nicht. Sie gilt als sichere Bank, als kompetent - und alternativlos.

Deshalb muss die Union umso mehr mit ihren Inhalte punkten. Mit den "ganz harten Themen", wie Ziemiak das nennt.

(jkl)

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