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28/03/2017 17:18 CEST

CSU-Generalsekretär lobt eine Eigenschaft an Merkel, die kaum jemand kennt

  • CSU-Generalsekretär Scheuer lobt den Humor von Bundeskanzlerin Merkel

  • Damit könne sich selbst Spitzenpolitikern Zugeständnisse abringen

  • Das HuffPost-Interview seht ihr im Video oben

Scharf war der Ton gewesen, aggressiv. Dann nur mühsam verhüllt verknatscht. Das scheint vorbei.

Die CDU und ihre bayerische Schwesterpartei CSU tauschen nach ihrem historischen Streit in der Flüchtlingskrise wieder Komplimente untereinander aus.

Scheuer lobt Merkels verschmitzte Art

So zum Beispiel CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer. Er ist einer der schärfsten Kritiker der Flüchtlingspolitik Angela Merkels (CDU). Im Gespräch mit der Huffington Post in Berlin lobte er einen Charakterzug der Kanzlerin, der den meisten Bürgern nicht sofort einfällt, wenn sie an Merkel denken.

"Sie kann unglaublich verschmitzt sein", sagte Scheuer. Inmitten konzentrierter Arbeit blitze dieser Charakterzug immer wider hervor. Es sei eine Stärke der Kanzlerin, dass sie auf diese Weise auch Staatspräsidenten oder Ministerpräsidenten Zugeständnisse abringen könne.

Merkel in Bayern deutlich beliebter als Schulz

Auch die Bürger fänden Merkel sympathisch, sagte Scheuer, und verwies auf Umfragen in Bayern, wie sie die der Sender Sat.1 kürzlich veröffentlicht hatte.

Die Befragten sahen die Kanzlerin in den Punkten internationales Ansehen, Führungsstärke, Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Sympathie deutlich vor ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz. Allerdings hielten die Befragten den Rückhalt Schulz' in seiner Partei für größer als den Merkels in der Union. Außerdem glaubten sie, Schulz verstehe die Sorgen der "kleinen Leute" besser.

Über Merkels Ansehen sagte Scheuer daher: "Wir lassen uns das nicht einreden von irgendwem irgendwoher, sondern es ist real."

"Schulz versucht mit güldenen Worten, ein ungerechtes Deutschland herbeizureden"

Für nicht real hält Scheuer dagegen, was Schulz im Wahlkampf sagt.

Scheuer kritisierte, dass sich der SPD-Chef bisher nicht auf ein Programm festgelegt habe, "sondern mit güldenen Worten versucht, ein ungerechtes Deutschland herbeizureden, was nicht real ist".

Schulz hatte erkennen lassen, dass er Deutschland für sozial ungerecht hält und das ändern will. Wie genau er das anpacken will, hat er bislang nicht gesagt – ebenso wenig übrigens, wie die Union ihr Programm vorgestellt hat. Kanzlerin Merkel hatte klargestellt, dass sie sich erst einmal ums Regieren kümmern wolle.

"Der Schulz-Zug ist ordentlich aus den Schienen gesprungen"

Scheuer machte deutlich, dass der Jubel für Schulz aus seiner Sicht nicht anhalten werde.

"Der Schulz-Zug ist ordentlich aus den Schienen gesprungen bei der Saarland-Wahl." Die SPD hatte dort am Sonntag knapp 30 Prozent der Stimmen bekommen, die CDU knapp 41.

"Wir haben eine sehr starke Frühform eines Kandidaten Schulz erlebt", sagte Scheuer, aber was die Bundestagswahl angehe, befinde sich Deutschland noch in der Vorrunde. "Am 24.9. ist das große Finale und da wird um 18 Uhr abgepfiffen."

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(jkl)

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